Max Gloor

De Theaterlexikon
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* 23.1.1906 Basel, † 20.6.1976 Bern. Bruder von Walther G., Schauspieler.

Engagements 1926–36 am →Stadttheater Luzern, 1937/38 am Theater der Stadt Koblenz, 1938/39 am Opernhaus Düsseldorf, 1939/40 am Stadttheater Würzburg und 1940–44 am Staatstheater Oldenburg. G. begann seine Laufbahn als Opernsänger ausgesprochen früh. In Luzern entwickelte er sich in zehn Jahren vom lyrischen und Kavalierbariton zum Sänger dramatischer Partien. So sang er anfänglich den Prinzen Lilo-Taro in Abrahams "Die Blume von Hawaii", Valentin in Gounods "Faust", Silvio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", trat in Lortzing-Opern auf (Kühleborn in "Undine", Graf von Eberbach in "Der Wildschütz", Zar Peter I. in "Zar und Zimmermann"), sang Masetto in Mozarts "Don Giovanni", Dr. Falke in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Graf Peter Homonay in dessen "Zigeunerbaron" sowie Maurizio in Wolf-Ferraris "I quattro rusteghi". Bald übernahm er auch Aufgaben für dramatischen und Heldenbariton, so beispielsweise Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", Escamillo in Bizets "Carmen", Carlo Gérard in Giordanos "Andrea Chénier", Scarpia in Puccinis "Tosca", die Titelpartie in Tschaikowskys "Eugen Onegin", die Verdi-Partien Amonasro in "Aida", Don Carlo di Vargas in "La forza del destino", Conte di Luna in "Il trovatore" und die Titelrolle in "Rigoletto" sowie in den Opern →Richard Wagners den Holländer in "Der fliegende Holländer", Friedrich von Telramund in "Lohengrin", Wolfram von Eschenbach in "Tannhäuser" und Wotan in "Die Walküre". Am Stadttheater Luzern war G. 1930/31 auch an der Schweizer Erstaufführung von Verdis "Simon Boccanegra" beteiligt (als Paolo Albiani, Regie: Friedrich Beug/Max See, musikalische Leitung: Ernst Hohlfeld) und sang 1934 in der Uraufführung von →Werner Wehrlis Oper "Das Vermächtnis" den Johannes Planta (Inszenierung: See, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals). Schon in Luzern führte er gelegentlich Regie, unter anderem bei den Verdi-Opern "La forza del destino" und "Il trovatore", ebenso bei "Eugen Onegin" und Mascagnis "Cavalleria rusticana"– eine Tätigkeit, die er später an deutschen Bühnen weiterpflegte. Gastweise trat G. 1934/35 als Sharpless in Puccinis "Madama Butterfly" am →Stadttheater Zürich auf und wirkte dort 1936 in der Uraufführung von →Victor Reinshagens Operette "Grete im Glück" als das grosse Glück mit (musikalische Leitung: Reinshagen, Regie: Carl Goldner). In derselben Spielzeit trat er am →Stadttheater St. Gallen als Figaro in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg gastierte G. in der Saison 1946/47 als Silvio am →Stadttheater Basel und als Giorgio Germont in Verdis "La Traviata" am →Stadttheater Bern.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Max Gloor, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 722.

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