Albert Kunz

Aus Theaterlexikon
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* 20.5.1916 Zürich, † 29.4.2001 Bern.

Nach Gesangsstudien in Zürich (bei Dora Wyss und Elisabeth Bosshart) und Luzern (bei →Armin Weltner) 1942–44 erstes Engagement als Chorist am →Stadttheater Luzern. 1944–71 am →Stadttheater Bern, wo er während der ersten zehn Jahre vorwiegend als Spieltenor auftrat: unter anderem als Jaquino in Beethovens "(Fidelio)", Andres in Bergs "(Wozzeck)", Stewa Buryja in Janáčeks "(Jenufa)", Georg in Lortzings "(Der Waffenschmied)" und Peter Iwanow in dessen "(Zar und Zimmermann)", Pedrillo in Mozarts "(Die Entführung aus dem Serail)", Wenzel in Smetanas "(Die verkaufte Braut)", Valzacchi in Richard Strauss’"(Der Rosenkavalier)" und David in →Richard Wagners "(Die Meistersinger von Nürnberg)". Seit 1954 sang K. als erster lyrischer Tenor und vermochte sich im ersten Fach bis zu seinem Bühnenabschied mit Erfolg zu behaupten. Mit seiner technisch hervorragend geschulten, höhensicheren und strahlkräftigen Stimme überzeugte K. nicht nur in Mozart-Partien (Ferrando in "(Così fan tutte)", Don Ottavio in "(Don Giovanni)", Tamino in "(Die Zauberflöte)"), sondern auch in einem ausserordentlich vielfältigen Rollenspektrum, das bis zu zeitgenössischen Opern (Cléanthe in →Hans Haugs "(Der unsterbliche Kranke)", Professor von Mucker in der Schweizer Erstaufführung 1967 von Henzes "(Der junge Lord)", Regie: →Edgar Kelling, musikalische Leitung: →Ewald Körner, Horace in →Rolf Liebermanns "(Die Schule der Frauen)", Emilio Memmi in →Othmar Schoecks "(Massimilla Doni)", Giles Corey in der Schweizer Erstaufführung 1963 von Robert Wards "(The Crucible)", Regie: →Walter Oberer, musikalische Leitung: →Max Sturzenegger) und klassischen Operetten reichte (Prinz Sou-Chong in Lehárs "(Das Land des Lächelns)", Symon Rymanowicz in Millöckers "(Der Bettelstudent)", Sandor Barinkay in Johann Strauß’ "(Der Zigeunerbaron)") und gar einige Partien für jugendlichen Heldentenor aufwies (Turiddu in Mascagnis "(Cavalleria rusticana)", Hoffmann in Offenbachs "(Les Contes d’Hoffmann)", Gustavo III in Verdis "(Un ballo in maschera)" und die Titelpartie in dessen "(Don Carlo)"). K. gastierte am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (als David), an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (als Sänger in Richard Strauss’ "(Der Rosenkavalier)") sowie als Pedrillo in Brüssel, Lüttich und Bordeaux. Seinen letzten Auftritt hatte er 1971/72 als Graf Zedlau in Johann Strauß’ "(Wiener Blut)" am →Opernhaus Zürich, wo er seit 1949 etliche Male gesungen hatte. Trat auch als Konzertsänger in Erscheinung.

Auszeichnungen

  • Ehrenmitglied des Stadttheaters Bern.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Albert Kunz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1053–1054.

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