Albert Wiesner

Aus Theaterlexikon
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* 9.3.1889 Basel, † 22.4.1954 Basel.

Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Basel, München und Zürich; Promotion mit der Arbeit "(Der Traum im Drama der Romantik)". Besuch der Max-Reinhardt-Schule Berlin. Erstes Engagement als Schauspieler 1919/20 am →Stadttheater St. Gallen, 1920–24 in Wien, dann als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen deutschen Stadttheatern: 1924/25 Schweinfurt, 1925/26 Erfurt, 1926/27 Hanau am Main, 1927/28 Landsberg an der Warthe, 1930/31 Zittau, 1931/32 Guben. 1933/34 Oberspielleiter und stellvertretender Intendant am Stadttheater Eisenach, 1934–39 in derselben Funktion an den Städtischen Bühnen Gladbach-Rheydt/München-Gladbach und Rheydt.­ 1939–40 Dramaturg bei der UFA Berlin, daneben inszenierte er "(als Gast auf Engagement)" 1939 am →Stadttheater Basel Shakespeares "(Othello)" (mit →Leopold Biberti). 1940 Rückkehr in die Schweiz. Inszenierungen am Stadttheater Basel (1943 Brandon Thomas’ "(Charleys Tante)", 1944 Puccinis "(Madame Butterfly)" und Goethes "(Torquato Tasso)", 1945 Richard Strauss’ "(Arabella)"), am →Stadttheater Bern (1945 Verdis "(Die Macht des Schicksals)"), am →Stadttheater Chur und am →Stadttheater Luzern. Daneben Delegierter des Bundesamts für Industrie, Gewerbe und Arbeit in Theaterfragen. 1947–53 Direktor des Stadttheaters Luzern. Dort wurde W.s Spielplan oft gerühmt; er enthielt zur Hälfte bekannte und zur Hälfte neue Stücke, der modernen Dramatik wurde viel Platz eingeräumt. Ausserdem führte W. eine Sonderreihe mit dem Titel "(Theater unserer Zeit)" ein. W. inszenierte selbst sehr häufig, sowohl im Schauspiel als auch in der Oper: vor allem Klassiker wie Shakespeare (1950 "(Macbeth)", 1952 "(Hamlet)"), Goethe (1948 "(Faust I)") und Schiller (1950 "(Don Carlos)"), mehrere Opern von Verdi, aber auch moderne Dramen wie 1947 als erste Schauspielpremiere unter seiner Direktion die Uraufführung von →Hermann Ferdinand Schells "(Auf Befehl der Kaiserin)" und 1948 →Max Frischs "(Santa Cruz)". Trotz rigoroser Sparmassnahmen vermochte W. die Zuschauerzahlen zu steigern. 1953 übernahm er die Direktion des Stadttheaters Basel, wo er Shakespeares "(Julius Caesar)" inszenierte. Eine schwere Erkrankung hinderte ihn schon nach wenigen Monaten an der Verwirklichung weiterer Pläne.



Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Albert Wiesner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2102.

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