Alexander Krannhals

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 16.2.1908 Frankfurt am Main (D), † 15.3.1961 Karlsruhe (D). ∞ I. →Else Böttcher, Sängerin.

Kan­tons­schule in Aarau, musikalische Ausbildung in Zürich bei Emil Frey (Klavier) und Hans Lavater (Komposition) sowie am →Konservatorium Basel, unter anderem Dirigieren bei →Felix Weingartner. 1929–34 war der gebürtige Schweizer K. Kapellmeister am →Stadttheater Luzern, wo er unter anderem 1934 die Uraufführung von →Werner Wehrlis "(Das Vermächtnis)" dirigierte. 1934–53 war er unter den Direktoren →Egon Neudegg und →Friedrich Schramm am →Stadttheater Basel engagiert: 1934–36 als Kapellmeister der Operette, 1936–42 als erster Kapellmeister, 1942–53 als musikalischer Oberleiter (1942–49 gemeinsam mit →Gottfried Becker) und danach bis 1956 als Gastdirigent. Daneben war er 1941 Mitbegründer der Basler Volks-Sinfoniekonzerte und deren künstlerischer Leiter bis zu seinem Tod, 1948–53 Leiter einer Dirigentenklasse am Konservatorium Basel, 1949–53 Leiter des Konzert­vereins St. Gallen und gleichzeitig Gastdirigent am →Stadtthea­ter St. Gallen (Verdis "(Il Trovatore)", Mozarts "(Die Zauberflöte)" und "(Die Entführung aus dem Serail)" sowie Beethovens "(Fidelio)", jeweils in der Regie von →Karl Gotthilf Kachler). 1953 war K. während zwei Jahren musikalischer Leiter von De Nederlandse Opera in Amsterdam, 1955 bis zu seinem Tod General­­musikdirektor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe (Leiter der Oper und der Symphoniekonzerte) sowie Leiter von Dirigentenkursen an der Badischen Hochschule für Musik. Gastdirigate unter anderem in Genf, Strassburg, Mülhausen, Paris, Venedig, Mailand, Lissabon und in Südamerika. Während der knapp zwanzig Jahre in Basel studierte K. rund fünfzig Operetten ein, darunter 1936 die Uraufführung von Rudolf Kattniggs "(Der Prinz von Thule)" (Regie: Neudegg). Im Bereich der Oper dirigierte er ein ebenso breites Repertoire mit Schwerpunkt auf den Werken Verdis, →Richard Wagners sowie – ab den vierziger Jahren – Mozarts. Ausserdem leitete er die Uraufführungen von Schubert/→Otto Maag/→Felix Weingartners "(Schneewittchen)" (1941, Regie: Neudegg) und →Rolf Liebermanns "(Leonore 40/45)" (1952, Regie: Schramm) sowie die deutschsprachigen Erstaufführungen von Brittens "(Peter Grimes)" (1946, Regie: Neudegg) und "(Der Raub der Lukrezia)" (1947), →Heinrich Sutermeisters "(Raskolnikoff)" (1948) und Menottis "(Der Konsul)" (1951, Regie jeweils: Schramm). K.s eigene Werke für die Bühne wurden alle am Stadttheater Basel in der Regie von Neudegg und unter der musikalischen Leitung von K. uraufgeführt: die Märchenspiele "(Dornröschen)" (18.12.1940, Libretto: →Werner Wolff nach den Brüdern Grimm) und "(Roter Mann – schwarzer Mann)" (14.12.1944, Libretto: Carl Flubacher) sowie die Operette "(Ferien im Tessin)" (28.10.1945, Libretto: →Willy Volker/→Kurd E. Heyne). Ausserdem schrieb er die Musik zu →Sigfrit Steiners Schweizer Film "(Steibruch)" (1942).

Auszeichnungen

  • Ehrendirigent des Sinfonieorchesters Madrid.

Literatur

  • A. K., 1961.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Alexander Krannhals, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1029–1030.

Normdaten