Alfons Hoffmann

Aus Theaterlexikon
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* 11.4.1904 Wien (A), † 1.12.1981 Bern, auch Alphons H. ∞ Angela Matusczyk, Schauspielerin. Vater des Schauspielers und Regisseurs →Amido H.

Aufgewachsen in Wien, dort ab zirka 1918 Schauspielunterricht bei Friedrich Rosenthal. 1920 erstes Engagement am Akademietheater Wien. Tourneen mit Paul Wegener nach Kronstadt und Bukarest, weitere Engagements 1923/24 am Stadttheater Baden bei Wien, 1924/25 am Stadttheater Landshut, 1925/26 am Stadttheater Ratibor, 1926/27 am Stadttheater Bremerhaven, 1927/28 am Ostpreußischen Landestheater Königsberg, 1928–34 am Stadttheater und an den Kammerspielen Erfurt, danach Schauspieler beim jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr. H. wurde wegen seiner "(jüdischen Herkunft)" aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen und ging in die Schweiz. Dort hatte er Engagements 1934–37 als Schauspieler und Regisseur am →Stadttheater Schaffhausen, 1937/38 am →Stadttheater Aarau-Chur, 1937–40 am →Schauspielhaus Zürich, 1940/41 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (unter anderem Grumio in Shakespeares "(Der Widerspenstigen Zähmung)", Regie: →Vasa Hochmann), ab 1941 am →Sommertheater Winterthur. 1941–55 war H. Schauspieler, ab 1944 auch Regisseur am →Stadttheater St. Gallen. Dort spielte er über 130 Rollen, darunter Puck in Shakespeares "(Ein Sommernachtstraum)", Wagner in Goethes "(Faust)", Arzt in Steinbecks "(Der Mond ging unter)", Adam in Kleists "(Der zerbrochene Krug)" und die Titelrolle in Molières "(Der eingebildete Kranke)" und inszenierte neben Klassikern wie Shakespeares "(Othello)", "(Was ihr wollt)" und "(Viel Lärm um nichts)", Molières "(Der Geizige)" und Goethes "(Clavigo)" unter anderem 1944 →Cäsar von Arx’ "(Land ohne Himmel)" und die Uraufführung von →Werner Johannes Guggenheims "(Erziehung zum Menschen)", 1946 →Georg Kaisers "(Der Soldat Tanaka)", 1947 →Carl Zuckmayers "(Des Teufels General)" (mit →Leopold Biberti als Harras), 1953 die Uraufführung von Eduard Stäubles "(Das Gericht)", 1955 Kaisers "(Kolportage)". 1955–69 Regisseur im Bereich Hörspiel und Feature des Radio Studios Bern. Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen neben den Bearbeitungen ausländischer Stücke (unter anderem von Shakespeare, Anouilh, Tolstoi und →Frank Wedekind) "(Die Panne)", "(Herkules und der Stall des Augias)" und "(Die Physiker)" von →Friedrich Dürrenmatt, "(Die Reise nach Nirwana)" von Otto Pfenninger und "(Orvet)" von Jean Renoir. Neben seiner Radiotätigkeit und nach seiner Pensionierung gab H. verschiedene Gastspiele an Schweizer Theatern (unter anderem am →Atelier-Theater Bern sowie als Regisseur am →Stadttheater Chur) und wirkte weiter als Sprecher in Hörspielen mit.



Autorin: Isabelle Hänni



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hänni, Isabelle: Alfons Hoffmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 857.

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