Alfred Fankhauser

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* 4.11.1890 Gysenstein BE, † 22.2.1973 Köniz BE. Sohn eines Käsers und Landwirts.

1906–10 Ausbildung am evangelischen Lehrerseminar Muristalden Bern. Anschliessend Primarlehrer und 1914 Debüt als Prosaautor. 1915 an der Universität Bern Studium der Geschichte und Psychologie, Promotion 1920. Kontakte zu russischen Emigranten; Reisen nach Graz, Wien, Prag, Paris. Ab 1921 Mitarbeiter, Theater- und Kunstkritiker der sozialdemokratischen "(Berner Tagwacht)". 1917 Debüt als Theaterautor mit dem berndeutschen Schauspiel "(Der Chrützwäg)" am →Berner Heimatschutz-Theater. Es folgten die Dramen "(Der König dieser Welt)" (Uraufführung 9.3.1927, →Stadttheater St. Gallen, Regie: Paul Kolkwitz), "(Maria Magdalena)" (Uraufführung 2.5.1930, Jahresversammlung des →SSV in Thun, Live-Übertragung als Hörspiel). Breite Beachtung fand F. mit einem der ersten sozialistischen Festspiele in der Schweiz, "(Völkerfreiheit)", komponiert von Erwin Lendvai (Uraufführung mit 900 Mitwirkenden am Arbeitersängerfest 12.–14.7.1930 im Stadion Wankdorf Bern). Weitere dramatische Werke (Dialekt und Hochdeutsch): "(Der neue Michael Kohlhaas)" (1935), "(Gottesgab)", "(Grauholz und Neuenegg)" (Uraufführung 24.11.1940, Dramatische Gesellschaft Olten), "(Gsuecht wird: E Maa)" (Uraufführung 26.2.1951, →Heidi-Bühne Bern im →Stadttheater Bern, Bern BE), "(Wär isch der Sünder?)", "(Dschingis Khan)" (historisches Hörspiel, 1940), "(Kumali)", "(Der Kampf um die neue Schweiz)" (6 Hörbilder, 1941), "(E Schatte fallt, es Liecht geit uf)" (April 1947, Berner Heimatschutz-Theater im →Konservatorium für Musik Bern), "(Vo wyt här)" (1949, Heidi-Bühne Bern), «Salomo vo Blinde­bach» (1956). Am meisten Erfolg hatte F. mit seinen Romanen "(Peter der Tor und seine Liebe)" (1918), "(Der Gotteskranke)" (1921), "(Vorfrühling)" (1923, ein Schlüsselwerk des schweizerischen Expressionismus), "(Die Brüder der Flamme)" (1925) und "(Der Herr der inneren Ringe)" (1929). Zu einer unchauvinistischen, sozial engagierten Heimatkunst zählen die Romane "(Der Messias)" (1940), "(Wahlenwart)" (1944), "(Von Frühling zu Frühling)" (1944) und "(Denn sie werden das Erdreich besitzen)" (1952). Vortrags- und Dozententätigkeit bei Gewerkschaften und der Schweizerischen Arbeiterbildungs­zen­trale. Im Alter wandte sich F. der Astrologie und der Malerei zu, auch wissenschaftlichen Publikationen über Magie.

Auszeichnungen

  • Mehrere Preise, Auszeichnungen und Ehrengaben (Stadt und Kanton Bern, Schweizerische Schillerstiftung).

Literatur

  • Linsmayer, Charles: A. F. Nachwort. In: F., A.: Die Brüder der Flamme, 1983.

Nachlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autor: Werner Wüthrich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wüthrich, Werner: Alfred Frankhauser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 557–558.

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