Alfred Muff

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* 31.5.1949 Luzern.

Gesangsausbildung am Konservatorium Luzern bei Werner Ernst und an der Hochschule für Musik Berlin bei Elisabeth Grümmer und Irmgard Hartmann-Dressler. Engagements 1973–80 am →Stadttheater Luzern, 1980–84 am Landestheater Linz, 1984–86 am Nationaltheater Mannheim und seit 1986 am →Opernhaus Zürich. M. begann seine Laufbahn als Bassist, liess sich für die Entwicklung seiner mächtigen, warm timbrierten Stimme Zeit und erarbeitete sich während der Luzerner Jahre rund dreissig Partien, unter anderem Selim in Rossinis "(Il turco in Italia)" und Filippo II in Verdis "(Don Carlo)" sowie 1975 die Partie des Wang Si-lang in der Uraufführung von Kurt Schwertsiks "(Der lange Weg zur Grossen Mauer)" (Regie: Richard Bletschacher, musikalische Leitung: →Ulrich Meyer-Schoellkopf) und 1979 Iwan Jakowlewitsch/Iwan Iwanowitsch/5. Herr in der Schweizer Erstaufführung von Schostakowitschs "(Die Nase)" (Regie: →Karel Nemec, musikalische Leitung: Meyer-Schoellkopf). In Linz erfolgte eine Erweiterung des Repertoires mit Partien aus dem Fach für Heldenbariton, etwa den Titelrollen in Mussorgskys "(Boris Godunow)" und Verdis "(Falstaff)" sowie Hans Sachs in →Richard Wagners "(Die Meistersinger von Nürnberg)". In Zürich sang er ein ungewöhnlich breit gefächertes Repertoire, das Partien für Bassbuffo beinhaltete: Don Pizarro in Beethovens "(Fidelio)", Dr. Schön in Bergs "(Lulu)" und Doktor in dessen "(Wozzeck)", Balducci in Berlioz’ "(Benvenuto Cellini)", Mefi­stofele in Boitos gleichnamiger Oper, Besenbinder Peter in Humperdincks "(Hänsel und Gretel)", Albert in Massenets "(Werther)", Osmin in Mozarts "(Die Entführung aus dem Serail)", Scarpia in Puccinis "(Tosca)", Robert in Schuberts "(Des Teufels Lustschloss)", Kecal in Smetanas "(Die verkaufte Braut)" und Grande Inquisitore in Verdis "(Don Carlo)". Erwähnenswert ist zudem M.s Mitwirkung in den Schweizer Erstaufführungen von Schrekers "(Die Gezeichneten)" (1992 als Herzog Antoniotto Adorno, Regie: Jonathan Miller, musikalische Leitung: Eliahu Inbal) und Schuberts "(Alfonso und Estrella)" (2001 als Adolfo, Regie: →Jürgen Flimm, musikalische Leitung: →Nikolaus Harnoncourt). In M.s Bühnentätigkeit nehmen besonders die Opern von Richard Strauss (Graf Waldner in "(Arabella)", Musiklehrer in "(Ariadne auf Naxos)", Orest in "(Elektra)", Baron Ochs in "(Der Rosenkavalier)", Jochanaan in "(Salome)", Barak in "(Die Frau ohne Schatten)", Sir Morosus in "(Die schweigsame Frau)") und Wagner (Titelrolle in "(Der fliegende Holländer)", König Heinrich in "(Lohengrin)", Gurnemanz in "(Parsifal)", Wotan in "(Das Rheingold)" und "(Die Walküre)", Wanderer in "(Siegfried)", Landgraf Hermann in "(Tannhäuser)", Kurwenal in "(Tristan und Isolde)") eine zentrale Stellung ein, sang er sie doch nicht nur in Zürich, sondern auch bei zahlreichen Gastverpflichtungen. Diese führten ihn zum Festival von Aix-en-Provence, nach Barcelona, an die Deutsche Oper Berlin (2002), nach Bilbao, Brüssel, Buenos Aires (1995), Dresden (seit 1996), an das →Grand Théâtre in Genf (1986 und 1987), nach Hamburg (seit 1993), Karlsruhe, Leipzig (1998–2001), an die Mailänder Scala (1986 und 1988), an die Bayerische Staatsoper München (1988–93), an die Opéra de Paris im Palais Garnier, an die Salzburger Festspiele (2003 alter Mann in der Uraufführung von Henzes "(L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe)"), an die San Francisco Opera (1991 König Marke in "(Tristan und Isolde)"), nach Strassburg und an die Staatsoper Wien (seit 1991). Grosse Bedeutung auch als Konzertsänger. Diverse Einspielungen auf Tonträger. Auszeichnungen: 1993 Kunstpreis der Stadt Luzern.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Alfred Muff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1283–1284, mit Abbildung auf S. 1284.

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