André Perrottet von Laban

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* 30.1.1916 Hombrechtikon ZH, † 25.2.1956 bei Balsthal SO, auch Adelar und Allar P. Sohn der Tanzpädagogin →Suzanne P. und des Tänzers und Choreografen →Rudolf von Laban, Vater des Tänzers und Choreografen →Claude P. ∞ Julia von Wyss, Tänzerin (1943 und 1946 am →Stadttheater Basel).

Aufgewachsen in Herrliberg und Glarisegg, verschiedene Schulen. 1934 durch Vermittlung seiner Mutter Engagement als Bühnenbildassistent von →Roman Clemens am →Stadttheater Zürich, 1934/35 Volontariat als Bühnenbildner am →Stadttheater Bern (unter anderem Ausstattung zu Bizets "Die Perlenfischer" und zum Weihnachtsmärchen "Tischlein deck dich"). Umzug nach München, P. begann die Ausbildung an der Staatsschule für angewandte Kunst. Einer seiner Lehrer war Emil Preetorius, ihm assistierte er 1936 bei den Bayreuther Festspielen. 1936–38 Engagement am Stadttheater Basel, dort Bühnenbildner für fast siebzig Produktionen, unter anderem für die Uraufführungen von →Albert Steffens "Friedenstragödie" und "Der Chef des Generalstabs", →Ernst Kunz’ "Vreneli ab em Guggisberg", →Cäsar von Arx’ "Dreikampf" und →Hermann Kessers "Talleyrand und Napoleon". Es folgte ein Aufenthalt in England (London und Dartington Hall), dort Kontakte zu Film- und Theaterleuten. 1939–46 als Bühnenbildner (und Kostümbildner) erneut am Stadttheater Basel. Dort Zusammenarbeit unter anderem mit →Max Terpis und →Gustav Hartung, ab 1944 intensive Arbeit mit dem Schauspieldirektor →Franz Schnyder (für dessen Verpflichtung sich P. zusammen mit →Karl-Gotthilf Kachler eingesetzt hatte); insgesamt mehr als 160 Bühnenausstattungen, unter anderen für die Uraufführungen von →Hans Müller-Einigens "Der Kampf ums Licht" und →Hans Haugs "’s Anneli us dr Linde", mehrere deutschsprachige Erstaufführungen von Eugene O’Neill sowie die Uraufführungen von →Georg Kaisers "Die Spieldose" und "Das Floss der Medusa". Es folgten während mehrerer Jahre Bühnenbilder/Ausstattungen als Gast am →Schauspielhaus Zürich (1946 Uraufführung von →Max Frischs "Die chinesische Mauer", 1949 deutschsprachige Erstaufführung von Williams’ "Endstation Sehnsucht", 1950 Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft"), am Stadttheater Basel, am →Stadttheater Luzern (1948 Frischs "Santa Cruz", 1949 Schillers "Die Jungfrau von Orleans", 1950 Shakespeares "Macbeth", Schillers "Don Carlos"), am →Stadttheater St. Gallen (1949 Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen", Mozarts "Die Zauberflöte"). Zudem Filmarbeiten und Beschäftigung mit Theaterarchitektur. 1949 stellte P. der Öffentlichkeit Pläne für einen neuen Theaterbau vor, ein "Rundtheater mit drehbarem Zuschauerraum", das trotz intensiver Verhandlungen mit Krefeld nicht realisiert wurde. Unter dem neuen Direktor des Stadttheaters Basel, →Albert Wiesner, nahm P. 1953 dort seine Tätigkeit als Bühnenbildner wieder auf, weiterhin Gastinszenierungen in Luzern und St. Gallen. 1956 wurde P.s Vertrag von Wiesners Nachfolger →Hermann Wedekind nicht verlängert. Eigene Schriften: "Projekt eines Rundtheaters mit drehbarem Zuschauerraum: Idee, Bau und konstruktive Beschreibung" (1949), "Projekt für ein neuartiges Theatergebäude" (1950).

Literatur

  • Wolfensberger, Giorgio J.: Suzanne Perrottet. Ein bewegtes Leben, 1989.


Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: André Perrottet von Laban, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1394–1395, mit Abbilung auf S. 1395.

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