Andreas Boehm

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* 7.10.1901 Szeged (H), † 13.9.1952 Zürich.

Gesangsstudien in Berlin und Mailand. Engagements 1927/28 am Stadttheater Lübeck, 1928–30 an den Städtischen Bühnen Rostock, 1930–33 am Stadttheater Bremen, 1933–35 am Stadttheater Aussig, 1935–44 am →Stadttheater Bern, Bern BE, 1944–47 am →Stadttheater Zürich Als ständiger Gast war B. in Wien 1946–49 an der Staatsoper im Theater an der Wien und 1948–50 an der Volksoper sowie bis zu seinem Tod weiterhin am Stadttheater Zürich tätig. B. begann seine Karriere als lyrischer Bariton. Am Stadttheater Bern vollzog sich allmählich der Wechsel ins Charakter- und Heldenfach. Im Zentrum seines Wirkens standen die Opern Verdis (Amonasro in "(Aida)", Renato in "(Un ballo in maschera)", Don Carlo in "(Ernani)", Iago in "(Otello)" und die Titelpartien in "(Falstaff)", "(Macbeth)", "(Nabucco)", "(Rigoletto)" und "(Simon Boccanegra)") und →Richard Wagners (Titelpartie in "(Der fliegende Holländer)", Telramund in "(Lohengrin)", Hans Sachs in "(Die Meistersinger von Nürnberg)", Kurwenal in "(Tristan und Isolde)", Wotan in "(Das Rheingold)" und "(Die Walküre)", Wanderer in "(Siegfried)" und Gunther in "(Götterdämmerung)"). Weitere Höhepunkte seines breiten Repertoires waren Carlo Gérard in Giordanos "(Andrea Chénier)", die Titelrollen in Mozarts "(Don Giovanni)" und Mussorgskys "(Boris Godunow)" sowie die Richard-Strauss-Partien Mandryka in "(Arabella)", Orest in "(Elektra)" und Jochanaan in "(Salome)". Am Stadttheater Zürich sang B. ausserdem 1945 den Crown in der deutschsprachigen Erstaufführung von Gershwins "(Porgy and Bess)" und 1950/51 die Titelrolle in der Schweizer Erstaufführung von Zoltán Kodálys "(Die Abenteuer des Háry János)". Gastverpflichtungen führten B. an das →Stadttheater Basel (1950–52 als Amonasro, Nabucco, Holländer, Hans Sachs und Scarpia in Puccinis "(Tosca)"), an das →Grand Théâtre in Genf (1940 als Don Pizarro in Beethovens "(Fidelio)", 1942 als Kurwenal und 1944 als Wotan in "(Die Walküre)"), an das →Stadttheater Luzern (unter anderem 1944 als die vier Bösewichter in Offenbachs "(Les Contes d’Hoffmann)"), an das →Stadttheater St. Gallen (unter anderem 1938/39 als Rigoletto), an das Gran Teatre del Liceu Barcelona (1948 als Holländer), an die Staatsoper Berlin, an das Teatro Colón Buenos Aires (1939 Orest und Herr von Faninal in Strauss’ "(Der Rosenkavalier)"), an die Covent Garden Opera London (1950 als Wotan und Wanderer in Wagners "(Der Ring des Nibelungen)"), an die Bayerische Staatsoper im Prinzregenten-Theater München, an die Opéra de Nice und nach Triest. B. starb 1952 an den Folgen eines schweren Unfalls bei einer Bühnenprobe von Wagners "(Der fliegende Holländer)" am Stadttheater Zürich. B. zählte zu den markantesten Sänger-Darstellern jener Jahre an den Schweizer Bühnen.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Andreas Boehm, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 227–228.

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