Andreas Tschui

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* 7.7.1944 Solothurn, † 6.1.1999 Basel. ∞ Eva Henžlová, Dramaturgin, Regisseurin.

Mechanikerlehre, Studium an der Kunstgewerbeschule Bern, daneben Techniker am →Schauspielhaus Zürich. Bühnenbildstudium an einer privaten Kunstschule in München. Zunächst als Assistent an kleinen deutschen Bühnen, dann drei Jahre freiberuflich in Italien tätig. Engagements als Bühnenbildner 1967/68 an der Landesbühne Iserlohn und 1972–77 unter der Direktion von →Alex Freihart am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (unter anderem 1973 Labiches "Célimare, der Vielgeliebte", 1975 die Schweizer Erstaufführung von Reinshagens "Himmel und Erde", 1976 die Schweizer Erstaufführung von Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", 1977 Büchners "Woyzeck", zudem zahlreiche Uraufführungen von Schweizer Autoren in der Reihe "Kontrastprogramm"). Ab 1977/78 war T. als Ausstattungsassistent, ab 1982/83 als Bühnenbildner und seit 1993/94 als Leiter des Bühnenbildateliers an den Basler Theatern/am →Theater Basel engagiert. T. schuf in Basel Bühnenbilder (und teilweise auch die Kostüme) für fast sechzig Inszenierungen, darunter für die Schweizer Erstaufführungen von Peter Hacks’ "Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" (1978, Regie: →Kurt Josef Schildknecht), von Kroetz’ "Mensch Meier" (1980, Regie: →Peter Lerchbaumer), Barlows "Der Messias" (1988, Regie: →Nikola Weisse; diese Inszenierung wurde später unter der Direktion von →Frank Baumbauer ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und unter der Direktion von →Christoph Marthaler ans →Schauspielhaus Zürich übernommen), von Gisela von Wysockis "Schauspieler Tänzer Sängerin" (1990, Regie: →Barbara Mundel/Veit Volkert) und von Sam Shepards "Simpatico" (1996, Regie: Hansjörg Utzerath), für die Uraufführungen von Ingomar Grünauers Kammeroper "Die Schöpfungsgeschichte des Adolf Wölfli" (1982, musikalische Leitung: →Jürg Wyttenbach, Regie: →Erich Holliger) und von →Heinrich Henkels "Altrosa" (1983, Regie: →Joachim Preen), für →Pierre Wyss’ Ballettabend "Und wenn mein Körper gelitten hat …" (1984), für die Schweizer Erstaufführung von Volker Ludwig/Birger Heymanns "Linie 1" (1989), für Monteverdis "L’Orfeo" (1993) und zusammen mit Kazuko Watanabe für die deutschsprachige Erstaufführung von Jonathan Tolins’ "Golds Dämmerung" (1994). Zudem arbeitete T. als Ausstatter unter anderem beim →Musiktheater der Orchestergesellschaft Biel (1978 Zellers "Der Vogelhändler", 1990 Loewe/Lerners "Gigi"), am →Stadttheater St. Gallen (1979 Ionescos "Die Stühle", 1983 Henkels "Still, Ronnie", 1990 Braschs "Mercedes"), am →Stadttheater Bern (1981 Uraufführung von →Heinz Stalders "D’Jasskasse", 1982 Schillers "Die Jungfrau von Orleans", 1984 die Schweizer Erstaufführung von Gert Heidenreichs "Der Wetterpilot"), am →Stadttheater Luzern (1993 Puccinis "Madama Butterfly"), am →Theater für den Kanton Zürich (unter anderem 1984 Horváths "Der jüngste Tag", 1985 →Herbert Meiers "Bräker", 1988 Shakespeares "Zähmung der Widerspenstigen", 1990 Uraufführung von →Hansjörg Schneiders "Herz und Leber, Hund und Schwein", 1991 Kleists "Der zerbrochne Krug", Regie jeweils: →Reinhart Spörri), am Städtebundtheater Biel-Solothurn (1993 Botho Strauß’ "Die Fremdenführerin") und für die →Baseldytschi Bihni. 1993 gründete T. eine Fachklasse für Bühnenbild an der Kunstschule des Künstlerhauses S11 in Solothurn, die er auch leitete.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Andreas Tschui, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1975–1976.

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