Angelo Rovida

Aus Theaterlexikon
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* 23.4.1908 Celerina GR, † 4.6.1998 Stäfa ZH. ∞ I. →Maya Kübler, Tänzerin, ∞ II. →Nady Rovida, Tänzerin, Ballettpädagogin.

R. schloss an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ein Studium als Elektroingenieur ab und begann bei →Trudi Schoop in der alten Kirche Fluntern in Zürich zu tanzen. Berufsausbildung bei Kurt Jooss und →Sigurd Leeder. 1935–37 tanzte er bei den Ballets Jooss und machte die Tourneen in Europa und Amerika mit. Anschliessend wollte R. zum Theater, nahm ein Engagement am →Stadttheater Zürich an und trat 1937–39 in Opern, Operetten und den Werken →Pia und Pino Mlakars auf. Seine wichtigste Aufgabe war 1939 die Interpretation der Titelrolle in Glucks "Don Juan" (Choreografie: →Heinz Rosen). Er trainierte in Zürich auch klassischen Tanz bei →Mario Volkart und spanischen Tanz bei Lolita Sonderer. 1939 beteiligte sich R. am →Ersten Schweizer Tänzerwettbewerb als Solist und mit Maya Kübler als Paar mit spanischen Nummern. Gemeinsam gingen sie zu den Ballets Jooss zurück. In Südamerika wechselte er 1941/42 allein zum Original Ballet Russe du Colonel de Basil und nahm den Künstlernamen Angelo Andes an. Nach einem halben Jahr Weiterbildung in New York kam er nach London, tanzte 1943–45 als Solist beim International Ballet Charakterrollen und choreografierte und interpretierte "Spanish Interlude" und "Dances espagnole". Nach dem Krieg begann R. eine Karriere als unabhängiger Tänzer, Choreograf und Pädagoge. Mit dem Programm "Dance and Music of Spain" machte er zunächst mit Consuelo Carmona als Partnerin und 1954–62 mit Nady R. Tourneen und trat regelmässig bei der BBC auf. Er choreografierte für das Sadler’s Wells Ballet "El destino" und "Jota toledana", für das Fernsehen de Fallas "Liebeszauber" und für die Arts Council St. James Company das moderne Ballett "Beggars Rhapsody" (Musik: Brahms). 1978 kehrte er in die Schweiz zurück, unterrichtete weiterhin, doch seine Vorträge an anthroposophischen Tagungen, seine Kurse in projektiver Geometrie an der Steinerschule sowie Zeichnen, Malen und Modellieren wurden ihm wichtiger.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Angelo Rovida, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1538, mit Abbildung auf S. 1538.

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