Ann Höling

Aus Theaterlexikon
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* 22.4.1921 Oberstein/Nahe (D).

Mittelschule, Handelsschule, dann ab 1938 Schauspiel- und Tanzelevin am Stadttheater Bielefeld (Unterricht bei Karl Bockx und →Anna Menge). 1941 Debüt am Kabarett der Komiker Berlin, danach bis 1952 Engagements an diversen Berliner Bühnen: am Schloßpark-Theater Steglitz, am Theater am Schiffbauerdamm, am Deutschen Theater, an der Komödie, am Theater am Kurfürstendamm, an der Tribüne, am Hebbeltheater, am Theater am Nollendorfplatz, 1947 beim Cabaret Ulenspiegel (Mitwirkung im Programm "Schwarzer Jahrmarkt", Regie: Carl-Heinz Schroth), 1952 Mitglied des Kabaretts Die Stachelschweine (Regie: Wolfgang Neuss). 1952–57 an diversen Hamburger Bühnen: am Thalia-Theater, am Deutschen Schauspielhaus (Claudine in Molières "Georges Dandin") und an den Kammerspielen (Polly in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Eliza in Shaws "Pygmalion"). Seit 1957 war H. vor allem in der Schweiz tätig: 1957–66 Engagement am →Stadttheater Basel, unter anderem Rosalinde in Shakespeares "Wie es euch gefällt" (Regie: →Adolph Spalinger), Anastasia in →Friedrich Dürrenmatts "Die Ehe des Herrn Mississippi" (Regie: →Margrit Weiler), Irene Molloy in Wilders "Die Heiratsvermittlerin", Beatrice in Millers "Blick von der Brücke", Maria in de Filippos "Neapolitanische Geschwister", Hetäre Tabtum in Dürrenmatts "Ein Engel kommt nach Babylon", Ursula in Shakespeares "Viel Lärm um nichts" (Regie: →Heinz Hilpert), Shen Te in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" und Eva in "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (Regie jeweils: Spalinger), Mädchen in Borcherts "Draussen vor der Tür", Jenny in Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper" (Regie: →Hans Gaugler), Charis in Kleists "Amphitryon" (Regie: William Dieterle), Hester in Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen", Inconnue de la Seine in →Max Frischs "Die Chinesische Mauer" (Regie: Ernst Kuhr), Anna Grübel in Walsers "Eiche und Angora" (Regie: Hansgünther Heyme), Arabella in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua", Jenny in Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", Maria in Shakespeares "Was ihr wollt", Dorine in Molières "Tartuffe", Rossignol in Weiss’ "Marat/Sade", Nancy Mannigoe in Faulkners "Requiem für eine Nonne". Daneben und seither gastierte H. an verschiedenen Bühnen, unter anderem an der →Komödie Basel (1965 Maria Schmidt in Anouilhs "Das Orchester", Regie: Hans Neuenfels; 1966 Sybill Hull in Sternheims "Der Snob"; 1968 Magd in García Lorcas "Bluthochzeit"), am →Atelier-Theater Bern (1981 Lidija Wassiljewna in Arbusows "Altmodische Komödie", Regie: Weiler), am →Stadttheater Bern (1972 Cäcilie Heckendorf in Kohlhaase/Zimmers "Fisch zu viert", 1984 Viviane in Botho Strauß’ "Trilogie des Wiedersehens", 1985 Vera in Bernhards "Vor dem Ruhestand"), weiterhin am Stadttheater Basel/an den Basler Theatern, am →Bernhard-Theater Zürich, bei der →Helmut Förnbacher Theater Company Basel (1984 Marthe Schwerdtlein in Goethes "Faust") und auf Tournee. Ab 1976 spielte und tanzte sie am Tanztheater Wuppertal die Rolle der Anna I in Brecht/Weills "Die sieben Todsünden" (Choreografie: Pina Bausch), damit Gastspiele unter anderem in Berlin, Brüssel, Nancy, Wien sowie in Südostasien. Diverse Filmrollen, Rundfunk-, Synchronisations- und Fernseharbeiten.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Ann Höling, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 861.

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