Annelies Corrodi

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* 26.4.1935 Zürich.

Studium an der Kunstgewerbeschule Zürich unter Johannes Iten. 1955–57 Bühnenbildnerklasse an der Akademie der bildenden Künste München beim Chefbühnenbildner der Bayerischen Staatsoper Helmut Jürgens. 1957/58 erstes Engagement am Hessischen Staatstheater Wiesbaden unter der Intendanz von →Friedrich Schramm als Assistentin von →Ruodi Barth. Von Anfang an Gestaltung eigener Bühnenbilder, bald auch Arbeiten mit projizierter Szenerie, darunter →Richard Wagners "Der fliegende Holländer" (1960), Donizettis "Lucia di Lammermoor" (1960), Rimski-Korsakows "Das Märchen vom Zaren Saltan" (1961) und Wagners "Parsifal" (1962). 1962 kam C. mit Schramm ans →Stadttheater Basel, wo sie bis 1968 als Chefbühnenbildnerin tätig war. Zu C.s Ausstattungen zählten unter anderem 1962 Mozarts "Die Zauberflöte" (Regie: Schramm, musikalische Leitung: →Paul Sacher), 1963 Egks "Abraxas" (Choreografie: →Wazlaw Orlikowsky) und 1966 Richard Strauss’ "Elektra". Daneben Gastspiele, unter anderem in München, Salzburg, Essen, Dortmund und Wiesbaden. Spezialisierung auf Bühnenprojektion, vor allem für Musiktheater. Ab 1968 Arbeit als freie Szenografin für Bühnenbild, Kostüme und Bühnenprojektionen. Über hundert internationale Engagements, unter anderem stattete sie die folgenden Inszenierungen aus: 1967/68 Janáčeks "Katja Kabanova" an der Opéra Comique Paris (Regie: Pierre Médecin), 1970/71 Wagners "Parsifal" am Teatro alla Scala in Mailand (Regie: Dieter Bülter-Marell, musikalische Leitung: Wolfgang Sawallisch) und Beethovens "Fidelio" am Teatro dell’Opera in Rom, 1971/72 Strawinskys "The Rake’s Progress" in Kopenhagen (Regie: Lars Runsten), "Lucia di Lammermoor" an der Seattle Opera und Händels "Belshazzar" am →Grand Théâtre in Genf (Regie: →Herbert Graf), 1972/73 "Lucia di Lammermoor" am Grand Théâtre in Genf (Regie: →Lotfi Mansouri, musikalische Leitung: →Nello Santi), 1973/74 Verdis "Aida" in Graz, 1974 Wagners "Tannhäuser" als erste Wagner-Inszenierung nach dem Zweiten Weltkrieg am Teatr Wielki in Warschau (Regie: Otto Fritz, musikalische Leitung: Antoni Wicherek) und Prokofjews "Cinderella" in Zagreb, 1982/83 Wagners "Parsifal" an der Opéra de Nice (Regie: Médecin, musikalische Leitung: Jeffrey Tate), 1983/84 Bergs "Wozzeck" an der Opéra de Nice, 1984/85 Wagners "Der fliegende Holländer" am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH (Regie: →Claus Helmut Drese), 1986/87 Maxwell Davies’ "The Lighthouse" am →Stadttheater St. Gallen (Regie: →Hans Hartleb) sowie 1987/88 Wagners "Tristan und Isolde" bei der Canadian Opera Company Toronto (Regie: Mansouri). Zusammenarbeit mit Regisseuren und Dirigenten wie Niksa Bareza, Hans Gierster, →Rudolf A. Hartmann, Dietrich Haugk, Hans-Peter Lehmann, Federik Mirdita, Walter Pohl, Günther Rennert und Leif Söderström. Parallel zum Bühnenschaffen: Fotografie, Experimentalfilm, freie Malerei sowie technisch-wissenschaftliche Arbeit für Projektorenfirmen. Die bedeutende Schweizer Bühnenbildnerin C. war weltweit führend im Bereich der gemalten Bühnenprojektion. Im Schweizer Theaterjahrbuch 1977 erschien C.s Beitrag "Lichtdramaturgie".

Auszeichnungen

  • 1956 Preis der Akademie der bildenden Künste München,
  • 1967 Lions-Kunstpreis,
  • 1974 Amicus Poloniae für ihr Gesamtengagement für Polen.

Literatur

  • Bellman, Willard F.: Lighting the Stage, 1974.
  • Trefzer, Franziska: A. C., Scenografin. Lizenziatsarbeit der Universität Bern [mit Verzeichnis der Ausstattungen], 1998.


Autorin: Franziska Trefzer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Trefzer, Franziska: Annelies Corrodi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 410–411.

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