Annemarie Parekh

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* 4.10.1941 Steffisburg BE.

P. absolvierte das Lehrerseminar in Thun und war anschliessend zwei Jahre lang als Lehrerin tätig. Ersten Tanzunterricht erhielt sie bei →Harald Kreutzberg und →Alain Bernard in Bern. Ab 1963 liess sie sich an der Martha Graham School of Contemporary Dance in New York zur Tänzerin ausbilden, wo sie unter anderen bei Martha Graham, Bertram Ross, Yuriko, Helen McGehee, Pearl Lang und Ethel Winter Unterricht erhielt und Mitglied der ersten Repertory Class war. 1965 besuchte sie als Stipendiatin die Connecticut College School of Dance, wo sie in José Limóns "Chaconne" und Ruth Curriers "Quartet" (Musik: Francesco Durante) auftrat. In New York tanzte P. 1965/66 bei den Merry-Go-Rounders, 1966–72 als Solistin bei der Yuriko Dance Company und 1968/69 bei Dan Wagoner and Dancers. 1967 wirkte sie in Richard Rodgers/Oscar Hammersteins Musical "The King and I" mit (New York City Center Light Opera Company, Choreografie: Jerome Robbins). 1969–73 nahm sie Gastengagements als Tänzerin und Choreografin bei der St. Mary’s Theatre Group und am Choir Staten Island wahr. Daneben unterrichtete P. ab Mitte der sechziger Jahre an der Neighborhood Playhouse School of the Theatre in New York, 1968–69 an Schulen in Manhattan und Queens und 1970–71 am Staten Island Community College. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 1973 gründete sie 1976 die Akar-Company (zunächst Tanzgruppe Akar genannt) in Bern, mit der sie bis 1983 ausgedehnte Tourneen durch die Schweiz unternahm und 1979 sowie 1982 ein Austauschprogramm mit der Londoner Islington Dance Factory durchführte. Seit den achtziger Jahren realisierte P. mit ihrer Kompanie und gemeinsam mit Kunstschaffenden anderer Sparten verschiedene Programme, beispielsweise 1981 "Dance – Drawing Dance", 1985 "Kaleido" (beide ausgestattet vom Grafiker und Maler Kurt Wirth) sowie 1991 "Akar Concert Dance", das P.s neue Choreografien "Vier Frauen Zwei Männer und Eine Sonate" für vier Tänzerinnen (Musik: Jean-Marie Leclair), das Solo "Seascape" (Musik: Jacques Ibert, Tanz: Donna Silva) und "Who Counts" (Musik: Karl Korte, Tanz: Dominique Gabella und P.) sowie das bereits 1983 entstandene Solo "Tanz – ein Lied" (Musik: Bartók, Tanz: P.) umfasste. Daneben schuf sie für sich verschiedene Solostücke sowie 1987 die Choreografie "Der Tänzer" für das →Schweizer Kammerballett (Musik: →Armin Schibler) und 1988 "Color Chart" im Rahmen des Tanzfestivals →Steps (Musik: Hans Eugen Frischknecht, Tanz: Gabella und P.). 2001 erarbeitete P. gemeinsam mit der "Akar-Werkstatt", dem Chorprojekt Schaffhausen (Leitung: Christoph Honegger), der Choreologin Karin Hermes-Sunke und Musikerinnen das Programm "Choreographien", das sich anhand historischer Tanzstücke ("En Dolor" von Ethel Winter, "How Long, Brethren?" von Helen Tamiris und "Continuous Project – Altered Daily" von Yvonne Rainer) mit dem Erbe des Modern Dance auseinander setzte. Ausserdem unterrichtete P. 1973–76 am Tanz- und Theaterstudio Alain Bernard in Bern und seit 1973 an Schulen in Thun und Spiez. 1976 gründete sie in Bern das eigene Modern Dance Studio, das Akar-Studio (zunächst Modern Dance Studio Akar genannt), das sie seitdem leitet. Als Gastpädagogin lehrte P. im In- und Ausland, unter anderem an den Sommerkursen der →SBTG und an der Palucca Schule Dresden. 1999–2003 war sie Präsidentin des →SDT, ab 1993 war sie Stiftungsratsmitglied der Pro Helvetia und seit 1995 Jurymitglied des Internationalen Choreografiewettbewerbs Prix Volinine.

Auszeichnungen

  • 1986 Trudy-Schlatter-Preis der Frauenzentrale des Kantons Bern,
  • 2001 Tanzpreis der Stadt Thun.


Autorin: Julia Wehren



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wehren, Julia: Annemarie Parekh, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1371–1372.

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