Arnold Ott

Aus Theaterlexikon
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* 5.12.1840 Vevey VD, † 30.9.1910 Luzern.

Nach Schulen in Schaffhausen studierte O. ab 1856 zunächst Architektur, dann Chemie in Stuttgart, Tübingen und Zürich, wo er 1862 schliesslich zum Medizinstudium wechselte (Promotion 1867). Anschliessend arbeitete er als Allgemeinpraktiker im schaffhausischen Neuhausen und liess sich 1872 in Paris sowie 1873 in Wien zum Augen- und Ohrenspezialisten weiterbilden. 1876 übersiedelte O. nach Luzern, wo er bis 1900 eine Praxis betrieb. 1875 verfasste er als Theaterkritiker Beiträge für das "Schaffhauser Intelligenzblatt". Zum dramatischen Schaffen entschloss er sich 1887 nach dem Besuch eines Gastspiels des Meininger Hoftheaters in Basel. In der Folge schrieb O. eine Reihe von Schauspielen, oft historischen Inhalts. Seine Werke wurden von →Josef Victor Widmann zunächst positiv aufgenommen. Seine patriotischen Festspiele, die seiner Neigung zu Massenszenen entgegenkamen und auf Laienschauspielerinnen und Laienschauspieler zugeschnitten waren, machten ihn zeitweilig einem grösseren Publikum bekannt, stiessen jedoch bei Widmann zunehmend auf ablehnende Kritik. Noch zu Lebzeiten geriet O. als Schriftsteller in Vergessenheit. 1909 gewährte die Schweizerische Schillerstiftung dem verarmten Schriftsteller eine jährliche Rente. Bühnenwerke: "Konradin" (1887), "Agnes Bernauer" (Uraufführung 1889, Hoftheater Meiningen), "Canossa" (Fragment, 1891), "Rosamunde" (1892), "Festakt zur Enthüllung des Telldenkmals in Altdorf" (Uraufführung 1895, Altdorf), "Die Frangipani" (Uraufführung 1896, →Stadttheater Basel), das Festspiel "Karl der Kühne und die Eidgenossen" (1897; Uraufführung 1900, auf einer eigens errichteten Freilichtbühne in Diessenhofen), "Grabesstreiter" (1898, Uraufführung 1908, →Stadttheater Luzern), "Untergang", ein naturalistisches Stück (Uraufführung 1898, Stadttheater Luzern), "Festdrama zur 4. Jahrhundertfeier des Eintritts Schaffhausens in den Bund der Eidgenossen" (1901 im schaffhausischen Herblingen aufgeführt, Regie: Eduard Haug, Ausstattung: →August Schmid), "St. Helena" (1901, Uraufführung 1903, Stadttheater Basel), "Hans Waldmann" (1904). O. war auch als Lyriker tätig.

Literatur

  • Haug, Eduard: A. O., 1924.
  • Günther, Werner: Dichter der neueren Schweiz, 1963–86.

Nachlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern;
  • Einzelstücke auch im medizinhistorischen Institut und Museum der Universität Zürich.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Arnold Ott, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1362.

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