Beate Tschudi

Aus Theaterlexikon
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* 5.8.1944 Altdöbern (D), † 2.3.1985 Bochum (D). ∞ Hartmut Gehrke, Regisseur.

Nach der Matura in Zürich 1964–66 Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin (bei Hilde Körber). Erstes Engagement 1966–68 an den Bühnen der Hansestadt Lübeck, wo die gebürtige Schweizerin T. unter anderem Catherine in Millers "Blick von der Brücke", Hedwig in Ibsens "Die Wildente" (Regie: Hanskarl Zeiser), Hermia in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und Luise in Schillers "Kabale und Liebe" (Regie beide: Georg Immelmann), die Titelrolle in Barry Conners’ Komödie "Patsy" und Cecily Cardew in Wildes "Bunbury" verkörperte. 1968–72 wirkte T. unter der Intendanz von Hans-Peter Doll am Staatstheater Braunschweig, beispielsweise als Kattrin in →Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" (Regie: Claus Peymann), Beba in José Trianas "Die Nacht der Mörder" (Regie: Gehrke), Grusche in Brechts "Der kaukasische Kreidekreis", Gretchen in Goethes "Urfaust" (Regie: Zeiser) und Yvonne in Gombrowicz’ "Yvonne, Prinzessin von Burgund". 1972/73 folgte ein Engagement an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart erneut unter Doll (Salome Pockerl in Nestroys "Der Talisman"). 1973–79 gehörte T. zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum, wo sie bereits in der Spielzeit zuvor debütiert hatte und auch nach 1979 regelmässig als Gast auftrat. Dort verkörperte sie unter anderem 1974 Stella in Williams’ "Endstation Sehnsucht" (Regie: Gehrke), 1975 Lucile Desmoulins in Büchners "Dantons Tod" (Regie: Hans Neuenfels), 1976 Junia in Racines "Britannicus" (Regie: Augusto Fernandes) und Kalonike in Aristophanes’ "Lysistrata", 1977 Anna Sergejewna in "Die Dame mit dem Hündchen" nach Tschechow und 1979 Mäuschen in Istvan Örkènys "Katzenspiel" (Regie jeweils: Jiří Menzel). 1980 übernahm sie mit der 35-jährigen Susn in der Uraufführung von Herbert Achternbuschs "Susn" (Regie: Vera Sturm) eine zeitgenössische Frauenfigur. 1981 folgte die Rolle der Abby Brewster in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen" (Regie: Menzel). Daneben trat T. 1978/79 am Düsseldorfer Schauspielhaus (Susanne Délicias in Anouilhs "Das Orchester") und 1980–82 an den Ruhrfestspielen Recklinghausen auf (unter anderem 1982 Sucher in "Von einem der auszog, den Frieden zu suchen", einer Bearbeitung von Aristophanes’ "Der Frieden"). Zuletzt spielte T. im selben Jahr Zina in Jean-Claude Grumbergs "Dreyfus" in Recklinghausen, bis sie auf Grund einer schweren Krankheit nicht mehr auftreten konnte.



Autorin: Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stenzl, Tanja: Beate Tschudi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1973.

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