Beatrice Tschumi

Aus Theaterlexikon
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* 8.4.1901 London (GB), † 18.8.2000 Bern. Tochter des Galeristen Richard Gutekunst. ∞ Otto T., Kunstmaler.

Ausbildung in Labantechnik bei Emmy Sauerbeck in Bern und bei →Katja Wulff in Basel. Ende der zwanziger Jahre war T. unter dem Namen Trix Gutekunst Mitglied von Wulffs Tanzgruppe und führte in Winterthur eine kleine Ballettschule. 1934–39 lebte T. mit ihrem Mann im Kreis der Pariser Surrealisten. Sie trat im Cabaret auf, studierte Ballett (bei Olga Preobrajenska) und Charaktertanz (bei Irina Grejebina). Ab 1939 lebte T. wieder in Bern. Beim →Ersten Schweizerischen Tänzerwettbewerb an der Landesausstellung 1939 erhielt sie für ihren skurrilen "Tanz mit dem Stuhl", in dem ein Stuhl als Tanzpartner fungierte, einen der mehrfach vergebenen zweiten Preise; das begeisterte Publikum hätte ihr sicherlich den nicht verliehenen ersten Preis zuerkannt. 1941 eröffnete T. Berns erste Ballettschule (für Ballett, modernen Tanz und Akrobatik), die sie bis 1989 führte (ab 1973 zusammen mit →Leonie Stein). Bei T. trainierten auch Tänzerinnen des →Stadttheaters Bern, wo sie selbst (manchmal in Männerrollen) im Ensemble auftrat, daneben Auftritte im →Kleintheater Kramgasse 6 Bern (1956 Erstaufführung von Pablo Picassos "Wie man Wünsche am Schwanz packt", Regie: →Daniel Spoerri, Bühnenbild: Otto T.). Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte T. 1973 im →Zähringer-Refugium Bern in einer Choreografie →Alain Bernards. Sie galt als eigenwillige Frau, die ihrer Zeit voraus war. Unermüdlich unterrichtete sie bis ins hohe Alter und ermutigte die ihr Anvertrauten zu Weltoffenheit und einem persönlichen Stil. 1946–47 war sie Vorstandsmitglied des →SBTG. 1986 Gründung der Beatrice und Otto Tschumi Stiftung zur Förderung des Tanzes.



Autorin: Agathe Blaser



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blaser, Agathe: Beatarice Tschumi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1976.

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