Bernardo Bernardi

Aus Theaterlexikon
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* 3.8.1882 Warschau (PL), † 11.3.1923 Düsseldorf (D), eigentlich Laib Berek Vogelnest.

B. verbrachte seine Jugend in Italien. Er kam 1904 nach Zürich, wo er in einer Teppichhandlung arbeitete und abends in Altstadtkneipen sang. Dort wurde seine Naturstimme entdeckt. 1905–06 Gesangsausbildung in Zürich beim Opernsänger und Regisseur →Hans Rogorsch sowie Musikstudien beim Kapellmeister →Max Conrad. Engagements 1906–13 am →Stadttheater Zürich, 1913–15 am Stadttheater Düsseldorf. 1915–22 häufiger Gast am →Stadttheater Basel, aber auch an den Stadttheatern in Bern, Luzern und Zürich. B. besass eine Tenorstimme "mit einer metallisch glanzvollen Höhe, wie man sie lange nicht gehört hatte". (Max Conrad) Sein Temperament und Stimmcharakter prädestinierten ihn besonders für das italienische Repertoire: →Ruggero Leoncavallo, Mascagni, Puccini und Verdi. Seine Paraderolle war der Manrico in Verdis "Il Trovatore", mit dem er in Basel, Bern, Luzern und Zürich das Publikum begeisterte. B. war in Zürich an bedeutenden Schweizer Erstaufführungen beteiligt, die alle von Rogorsch inszeniert wurden. So sang er 1907 Narraboth in Richard Strauss’ "Salome" (musikalische Leitung: →Lothar Kempter), 1909 Lenski in Tschaikowskys "Eugen Onegin" (musikalische Leitung: Conrad) und Pinkerton in Puccinis "Madama Butterfly" (musikalische Leitung: Kempter), 1911 die Titelpartie in Verdis "Don Carlo" (musikalische Leitung: Conrad) und 1912 Bacchus in der ersten Fassung von Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" (musikalische Leitung: Kempter). B. erlag einer schweren Erkrankung.

Literatur

  • Conrad, Max: Im Schatten der Primadonnen, 1956.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Bernardo Bernardi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 170–171.

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