Bernhard Schütz

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* 24.2.1959 Leverkusen (D).

Nach einem abgebrochenen Psychologiestudium Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste Berlin. Zunächst Mitarbeit in freien Projekten, 1985/86 erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Nürnberg, danach Gastengagements in Berlin an der Schaubühne am Lehniner Platz und an der Freien Volksbühne (Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia", Regie: Christof Nel). 1988–93 war S. unter der Direktion von →Frank Baumbauer Ensemblemitglied am →Theater Basel. Dort verkörperte er unter anderem Karl Moor in Schillers "Die Räuber" (Regie: Antje Lenkeit), die Titelrolle in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" (Regie: →Stephan Müller), Odysseus in Sophokles’ "Aias", die Titelrolle in "Wilhelm Tell" nach Schiller (Regie beide: Frank Castorf), Pozzo in Becketts "Warten auf Godot" (Regie: →Werner Düggelin), Juan D. in →Felix Praders "Mütter und Söhne" nach Javier Tomeo (Regie: Müller) und die Titelrolle in Fritz Zorn/Johann Kresnik/→Hansjörg Schertenleibs "Mars" (Regie: Kresnik). 1993–2000 spielte S. unter der Direktion von Baumbauer einige Gastrollen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (unter anderem Hektor in Shakespeares "Troilus und Cressida", Regie: Leander Haußmann, Graf vom Strahl in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", Regie: Matthias Hartmann, Herbert in Jelineks "Raststätte oder Sie machens alle", Regie: Castorf, sowie Gründgens I in der Uraufführung von Kresnik/Werner Fritschs "Gründgens", Regie: Kresnik). Seit 1994 gehört S. zum Ensemble der von Castorf geleiteten Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Dort spielte er unter anderem 1994 Camille in Stanislawa Przybyszewskas "Die Sache Danton", 1996 Pützchen/General Harras in →Carl Zuckmayers "Des Teufels General", 1999 Schatow in Dostojewskijs "Dämonen", 2000 die Titelrolle in Georges Bataille/Camus’ "Das obszöne Werk: Caligula" sowie Harold Mitchell in "Endstation Amerika" nach Tennessee Williams (Regie jeweils: Castorf) und wirkte in mehreren Produktionen von Christoph Schlingensief mit, darunter 1996 in "Rocky Dutschke ’68", 1997 in "Schlacht um Europa – Ufokrise ’97: Raumpatrouille Schlingensief" und 1999 als Bundeskanzler Gerhard Schröder in "Die Berliner Republik". Daneben Gastrollen am →Schauspielhaus Zürich (2002 Ezra Mannon/Adam Brant in O’Neills "Trauer muss Elektra tragen", Regie: Castorf). Diverse Film- und Fernsehrollen.

Literatur

  • Schödel, Helmut: Die Mir ist sein Schicksal. In: Theater heute 7/2001.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Bernhard Schütz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1645.

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