Blickfelder

Aus Theaterlexikon
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Kinder- und Jugendtheaterfestival, vor allem Gastspiele, Eigen- sowie Koproduktionen

Anfang der neunziger Jahre initiierte die Fachstelle Schule & Theater (seit 2001 Schule & Kultur) der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich unter der Leitung von Franco Sonanini das Kinder- und Jugendtheaterfestival B., das seither von der Fachstelle koordiniert und massgeblich finanziert wird. Heute gehört B. zu den grössten Kinder- und Jugendtheaterfestivals in Europa und hat zum Ziel, das Kinder- und Jugendtheater als qualitativ hoch stehendes Theater zu etablieren, traditionelle und neue Veranstaltungsorte für Kinder- und Jugendtheater längerfristig attraktiver zu machen sowie Schülern den Zugang zum Theater zu erleichtern. B. wurde erstmals Mitte Januar bis Anfang Februar 1992 in Zürich zusammen mit verschiedenen Zürcher Theatern (unter anderem →Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ZH, →Rote Fabrik, Zürich ZH, →Kitz – Junges Theater Zürich und →Zürcher Puppentheater sowie →Gemeinschaftszentrum Buchegg, Zürich ZH) veranstaltet: Die Idee eines Netzwerkes von verschiedenen Spielorten und Veranstaltern, die das Festival ideell, organisatorisch und finanziell mittragen, gehört seither zu den Wesensmerkmalen von B. 2000 wurde das Netzwerk-Modell erstmals auf weitere Orte in der deutschen Schweiz und Liechtenstein ausgeweitet (Baden, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Steckborn, Zürich und Schaan), seit 2002 wird B. unter Einbezug der französisch- und italienischsprachigen Schweiz durchgeführt. Bis 1998 waren die beteiligten Theater selbst für die Programmation zuständig, seither ist für die künstlerische Konzeption eine Programmgruppe verantwortlich, die sich aus Veranstaltern und Theaterschaffenden zusammensetzt. Anfangs wurden jeweils rund dreissig, seit 2000 über vierzig Produktionen aus der Schweiz und Europa gezeigt. 1993–98 fand B. alljährlich während zwei bis drei Wochen im März statt, seit 2000 wird es alle zwei Jahre durchgeführt. Da vermehrt auch ein älteres Publikum angesprochen werden soll, wurde 1997 der Untertitel "Festival für ein junges Publikum" gestrichen. 2000 wurde erstmals der "Premio", ein Nachwuchspreis, verliehen. Schulklassen bilden einen grossen Teil des Publikums, theaterpädagogische Angebote und Rahmenveranstaltungen erweitern das Angebot.



Autorin: Kathrina Erizar



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Erizar, Kathrina: Blickfelder, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 218–219.