Boa Kulturzentrum, Luzern LU

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Gastspielbetrieb (alle Sparten) und Produktionsort

In der Stadt Luzern mangelte es in den achtziger Jahren an Räumen für alternative Kultur. 1987 gab die Stadt Luzern auf Druck von Kulturschaffenden eine Optimierungsstudie zur Bereitstellung von Kulturräumen in Auftrag, welche die leer stehende Schlauchfabrik am Geissensteinring in Luzern, seit 1984 im Besitz der Stadt, als Kulturort empfahl. Nachdem am 4.6.1988 auf dem ehemaligen Fabrikareal ein illegales Fest mit der Forderung "Boa sofort" stattgefunden hatte, stellte die Stadt Luzern 1989 den Mitgliedern des 1988 gegründeten Vereins Interessengemeinschaft Kulturzentrum Boa, "IKU Boa", auf dem Areal Räume für die B. zur Verfügung. Bei der städtischen Volksabstimmung vom 20.10.1991 wurden ein Umbaukredit und ein jährlicher Subventionsbeitrag gutgeheissen. Rechtsträger ist der Verein IKU Boa, geleitet wird das Kulturzentrum durch ein Betriebskollektiv, das aus verschiedenen Betriebsgruppen besteht. So sind beispielsweise für den Bereich Veranstaltungen zirka zehn Leute zuständig (2001/02 waren drei davon fest angestellt). In der Boa finden zeitgenössische Kultur, unter anderem in den Sparten Theater, Tanz, Musik, Literatur und Film, sowie politische Veranstaltungen statt. Im Bereich Theater liegt der Schwerpunkt der B. vor allem auf Kinder- und Jugendtheater (unter anderem seit 1989 jährlich die Luzerner Schul­theatertage, Produktionen des Luzerner →Luki*ju und →Theater ond-drom, Luzern LU) sowie auf Produktionen von Theatergruppen aus Luzern und Umgebung (unter anderem seit 1998 Werkschau des Forums freies Theater Luzern, eines Zusammenschlusses von Theaterschaffenden der freien Theaterszene Luzern und der Zentralschweiz). Daneben finden Gastspiele (vor allem von freien Gruppen) aus der Schweiz, gelegentlich auch aus dem Ausland statt. Zu Beginn war die B. die einzige Auftrittsmöglichkeit der Region für freie Tanzschaffende der Schweiz (unter anderem →Compagnie Philippe Saire, Lausanne VD, →CH-Tanztheater, Zürich ZH). Ab 1999 gab das →Luzerner Theater, Luzern LU Gastspiele (unter anderem 2000 Zeitgenössische Tanztage Schweiz). Verbandsmitglied: →KTV.

Spielstätte

Geissensteinring 41, 6005 Luzern. Ehemaliges Fabrikgelände der Schlauchfabrik Boa AG. Bespielt seit 1989. Räume: Halle: mobile Tribüne, Platzkapazität: 320 Sitz- oder 500 Stehplätze, Bühne: 19 m breit, 9 m tief. Foyer: dreieckiger Raum mit Galerie, Platzkapazität: 100 Sitz- oder 200 Stehplätze, Bar: rechteckiger Raum mit kleiner Bühne, Platzkapazität: 70 Sitz- oder 120 Stehplätze. Anbau: dreieckiger Raum, Platzkapazität: 70 Sitz- oder 120 Stehplätze. Umbau 1994/95 (Architekt: Sepp Rothenfluh), Wiedereröffnung 1.–3.12.1995.



Autorin: Dania Alig



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Alig, Dania: Boa Kulturzentrum, Luzern LU, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 222.