Bonaldo Giaiotti

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* 25.12.1932 Ziracco bei Udine (I).

Gesangsstudien in Udine, Mailand und New York. G. debütierte 1958 als Colline in Puccinis "La Bohème" am Teatro Nuovo in Mailand. 1959 trat er im Rahmen einer von →Max Sauter-Falbriard veranstalteten italienischen Stagione als Zaccaria in Verdis "Nabucco" im Kongresshaus Zürich auf. Im gleichen Jahr erfolgte sein USA-Debüt als Don Basilio in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" in Cincinnati. Von 1960 bis gegen Ende der achtziger Jahre war G. der Metropolitan Opera New York eng verbunden. Obwohl er dort vor allem im italienischen Repertoire tätig war, sang er auch Méphistophélès in Gounods "Faust", Sarastro in Mozarts "Die Zauberflöte", Fürst Gremin in Tschaikowskys "Eugen Onegin" und König Heinrich in →Richard Wagners "Lohengrin". Seit 1963 trat er während mehr als dreissig Jahren fast jeden Sommer bei den Festspielen in der Arena von Verona auf, unter anderem als Timur in Puccinis "Turandot" sowie in den Verdi-Partien Ramfis in "Aida", Attila in der gleichnamigen Oper, Filippo II in "Don Carlo", Padre Guardiano in "La forza del destino" und Zaccaria in "Nabucco". Sein Debüt am →Stadttheater Zürich gab G. bereits 1959 als Raimondo in Donizettis "Lucia di Lammermoor". Zwischen 1975 und 1987 begeisterte er das Zürcher Publikum mit seinem mächtig und nobel klingenden "Basso profondo" in den Verdi-Partien Jacopo Fiesco in "Simon Boccanegra", Conte di Walter in "Luisa Miller", Banco in "Macbeth" (musikalische Leitung jeweils: →Nello Santi), Zaccaria, Filippo II und Attila sowie in den Bellini-Partien Conte Rodolfo in "La sonnambula", Giorgio Valton in "I puritani" (musikalische Leitung beide: Santi) und Oroveso in "Norma". 2001 kehrte G. als Zaccaria nochmals ans →Opernhaus Zürich zurück. In der Schweiz gastierte er ausserdem 1978–80 am →Grand Théâtre in Genf (Zaccaria, Padre Guardiano und Alvise Badoero in Amilcare Ponchiellis "La Gioconda") und am →Stadttheater Bern (1977 als Jacopo Fiesco und 1980 als Giorgio Valton), 1984 sang er im Casino Bern in konzertanten Aufführungen von Donizettis "La favorita" den Baldassarre (unter Santi). G. trat in den bedeutendsten Opernzentren auf, so am Gran Teatre del Liceu Barcelona, in Belgrad, an der Deutschen Oper Berlin, an der Staatsoper Budapest, am Teatro Colón Buenos Aires (1970 unter anderem Giovanni da Procida in Verdis "I vespri siciliani"), in Chicago, beim Maggio Musicale Fiorentino in Florenz, in Genua (1985 Noe in Donizettis "Il diluvio universale"), an der Hamburgischen Staatsoper, am Teatro de la Zarzuela Madrid, in Marseille, am Teatro alla Scala in Mailand (1986 Conte Rodolfo), in Monte Carlo, am Teatro San Carlo Neapel, an der Opéra de Nice (unter anderem 1982 Titelpartie in Arrigo Boitos "Mefistofele"), beim Festival von Orange, in Palermo, Rom, San Francisco, am Teatro Regio Turin (unter anderem 1991 Hohepriester in Karl Goldmarks "Die Königin von Saba"), Triest, am Teatro La Fenice Venedig und an der Staatsoper Wien (1973–74). Im Konzertsaal sang G. fast ausschliesslich Verdis "Messa da Requiem", unter anderem auch in Bern und bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Bonaldo Giaiotti, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 704.