Brigitte Horney

Aus Theaterlexikon
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* 29.3.1911 Berlin (D), † 27.7.1988 Hamburg (D). Tochter des Anwalts Heinrich Wilhelm Oscar H. und der Psychoanalytikerin Karen H., geborene Danielsen. ∞ I. 1940 Konstantin Irmen-Tschet, Kameramann, ∞ II. 1954 Hanns Swarzenski, Kunsthistoriker, Kurator des Bostoner Museums of Fine Arts.

1928–30 Tanzunterricht bei →Mary Wigman, Schauspielausbildung bei Ilka Grüning und an der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. 1930 Filmdebüt, Bühnenengagements 1930/31 am Stadttheater Würzburg, 1931/32 am Lessingtheater, am Deutschen Theater und am Kurfürstendammtheater in Berlin, 1932/33 an der Volksbühne Berlin (unter anderem Pauline Piperkarcka in Hauptmanns "Die Ratten", Regie: →Heinz Hilpert). Danach ausschliesslich Filmtätigkeit, lediglich 1939 als Gast am Deutschen Theater Berlin (Eliza in Shaws "Pygmalion", Regie: Hilpert). 1946 am →Schauspielhaus Zürich (Elvira in der Uraufführung von →Max Frischs "Santa Cruz", Regie: Hilpert; dieselbe Rolle 1946 auch am →Stadttheater Bern, Regie: →Werner Kraut), 1946/47 am →Stadttheater Chur (Mara in Claudels "Verkündigung", Hermione in Shakespeares "Das Wintermärchen", Geraldine in Hans Jarays "Ist Geraldine ein Engel?", Titelrolle in Shaws "Die heilige Johanna", Regie jeweils: →Vasa Hochmann), 1947–48 am →Stadttheater Basel (Glafira in der deutschsprachigen Erstaufführung von Gorkis "Jegor Bulytschow und die Anderen", Regie: →Ernst Ginsberg; Gertrude in Shakespeares "Hamlet", Regie: →Kurt Horwitz; Magdalena in der deutschsprachigen Erstaufführung von García Lorcas "Bernarda Albas Haus", Regie: Ginsberg; Elisa in der Uraufführung von Walter Josts "Blaubart", Regie: Horwitz), 1948/49 erneut am Schauspielhaus Zürich (Olga in der deutschsprachigen Erstaufführung von Sartres "Die schmutzigen Hände", Regie: →Oskar Wälterlin; Agnes in der Uraufführung von Frischs "Als der Krieg zu Ende war", Regie: Horwitz, dieselbe Rolle 1949 auch am Stadttheater Basel). 1953–59 vier Rollen am Deutschen Theater Göttingen (Intendant: Heinz Hilpert). 1952–75 lebte H. in den USA, war aber weiterhin im deutschsprachigen Raum für Film (ab 1930 über fünfzig Rollen), Fernsehen und Rundfunk tätig. 1975 kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie durch Fernseh-Serienrollen ihre Popularität noch steigerte. Ihre einzige Bühnenrolle nach 1959 spielte H. 1975 am Schauspielhaus Zürich: Aurélie in Giraudoux’ "Die Irre von Chaillot" (Regie: →Harry Buckwitz). Auszeichnungen: unter anderem 1930 Max-Reinhardt-Preis, 1939 Staatsschauspielerin, 1965 Bambi, 1972 Bundesfilmpreis, 1983 Goldene Kamera, 1987 Telestar.

Literatur

  • H., B.: So oder so ist das Leben [aufgezeichnet durch Gerd Høst Heyerdahl], 1992.

Nachlass

  • Archiv der Akademie der Künste, Berlin.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Brigitte Horney, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 873.

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