Bruno Pola

Aus Theaterlexikon
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* 28.10.1943 Rovereto (I). ∞ Zorayda Salazar, Sängerin.

Gesangsausbildung in Berlin bei Walter Hauck und Eugen Kovatszy. Engagements 1968–71 am Pfalztheater Kaiserslautern, 1971–73 an den Bühnen der Stadt Kiel, 1973–77 an der Oper der Stadt Köln und 1977–87 am →Opernhaus Zürich, wo er sich bereits 1976 als Figaro in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" vorgestellt hatte. Diese Partie, die er in Zürich rund hundert Mal sang, wurde – nicht zuletzt dank seines pfiffigen Humors – zu seiner Paraderolle. Mit seiner mächtigen und zugleich geschmeidigen Stimme war P. im Fach des Spiel- und Kavalierbaritons ebenso zu Hause wie in dramatischen Partien. In Zürich gestaltete er ausserdem die Donizetti-Rollen Stefano in "Viva la Mamma", Dr. Malatesta in "Don Pasquale", Belcore in "L’elisir d’amore", Enrico in "Lucia di Lammermoor" und Cecil in "Maria Stuarda", De Siriex in Giordanos "Fedora", Sharpless in Puccinis "Madama Butterfly", Babbeo in Suppés "Banditenstreiche", die Verdi-Rollen Amonasro in "Aida", Ezio in "Attila", Marchese di Posa in "Don Carlo", Ford in "Falstaff", die Titelpartie in "Rigoletto", Giorgio Germont in "La Traviata" und Conte di Luna in "Il Trovatore". Seit 1987 freischaffend tätig, gastierte P. unter anderem in Amsterdam, Berlin (Deutsche Oper und Staatsoper), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, beim Maggio Musicale Fiorentino in Florenz, am →Grand Théâtre in Genf (1996 Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci" und Alfio in Mascagnis "Cavalleria rusticana"), an der Hamburgischen Staatsoper, in Kopenhagen, Lissabon, an der Covent Garden Opera London, in Madrid, am Teatro alla Scala in Mailand (1985 Figaro), in Montréal, an der Bayerischen Staatsoper München (unter anderem Fra Melitone in Verdis "La forza del destino"), am Teatro San Carlo in Neapel, an der Metropolitan Opera New York (seit 1988 unter anderem Leporello in Mozarts "Don Giovanni", die Puccini-Rollen Jack Rance in "La fanciulla del West", die Titelpartie in "Gianni Schicchi" und Scarpia in "Tosca"), in Rom, am →Stadttheater St. Gallen (1992 Ford), in Santiago de Chile, bei den Festspielen von Savonlinna, in Stuttgart, Tokio, Turin, an der Arena von Verona und der Staatsoper Wien (seit 1974 unter anderem Carlo Gérard in Gior­danos "Andrea Chénier"). Seit 1997 wandte sich P. vermehrt dem Repertoire für Basso comico zu. In diesem Fach gastierte er am Opernhaus Zürich als Dulcamara in Donizettis "L’elisir d’amore" (1999 und 2002), Barone di Kelbar in der Schweizer Erstaufführung von Verdis "Un giorno di regno" (1999 im →Theater am Stadtgarten Winterthur, Regie: →Grischa Asagaroff, musikalische Leitung: Paolo Carignani) und Falstaff in Verdis gleichnamiger Oper (2001). P. ist auch als Pädagoge tätig (Meisterkurse in Italien, Schweden und in den USA).



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Bruno Pola, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1421.

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