Bruno Wünschmann

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* 19.3.1868 Nieder-Rabenstein (D), † 5.7.1927 Würzburg (D), eigentlich Bruno Müller.

Ab 1888 Engagements in Kufstein, Eisenberg, Schneeberg, Wernigerode, Mülhausen im Elsass, Aschaffenburg, Stralsund, Cottbus, Zittau und Glogau. 1898–1918 wirkte W. am →Stadttheater Zürich. Dort gehörte er zu den erfolgreichsten und populärsten Ensemblemitgliedern der Direktionsära →Alfred Reucker. Als begnadeter Komiker und Charakterdarsteller gestaltete er zahlreiche Paraderollen im Schauspiel in Werken von Shakespeare, Kleist, Nestroy, Ibsen, Hauptmann, Schnitzler, und manche Operettenpartie wurde in seiner Darstellung zu einem Glanzlicht, so beispielsweise Lindoberer in Falls "Der fidele Bauer", Oberst Ollendorf in Millöckers "Der Bettelstudent", Ménélas in Offenbachs "La Belle Hélène", Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Baron Weps in Zellers "Der Vogelhändler". Gelegentlich wirkte er auch in Opern mit. Besondere Erwähnung verdient hier sein Herr Jourdain in der Schweizer Erstaufführung von Richard Strauss’ erster Fassung der "Ariadne auf Naxos" (1912, Regie: →Hans Rogorsch, musikalische Leitung: →Lothar Kempter). 1920/21 war er als ständiger Gast am →Stadttheater Solothurn engagiert. W. betätigte sich auch als Operettenregisseur.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Bruno Wünschmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2123–2124.

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