Bunte Bühne Kriens, Kriens LU

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, vorwiegend Sprechtheater

Die B. (abgekürzt BBK) wurde im August 1933 im alten Hotel Pilatus in Kriens gegründet und produziert mindestens ein Stück pro Jahr. In den ersten Jahren wurde meist auf Hochdeutsch gespielt. Anfänglich zeigte die B. viele deutsch-tirolische Heimatstücke, beispielsweise 1936 Ludwig Ganghofers "Der Herrgottsschnitzer von Ammergau". Im Zuge der geistigen Landesverteidigung spielte sie vor allem Stücke von Schweizer Autoren, die in lokalem Dialekt aufgeführt wurden. 1939 spaltete sich das Heimatschutz-Theater Kriens von der B. ab. Dieses spielte vor allem Heimatstücke, während das Repertoire der B. sehr unterschiedliche, auch zeitkritische Stücke umfasste. Während des Zweiten Weltkriegs gab die B. viele Gratisvorstellungen für Soldaten, unter anderem von →Ernst Balzlis historischem Volksstück "Beresina" (1944) und →Jakob Steblers Schwank "S’ Kompaniechalb" (1945). In dieser Zeit wurde die B. durch den Bildhauer und Schauspieler Raffaele Raffaelli geleitet, der insbesondere 1942–46 als Regisseur tätig war. 1947–75 inszenierte Alois Bucher die meisten Stücke, darunter 1947 →Albert Jakob Weltis "Steibruch". Unter seiner Leitung trat die B. als eines der ersten Amateurtheater im Schweizer Radio (1945 mit →Richard Schneiters "Wer erbt?") sowie im Schweizer Fernsehen (1954 mit →Walter Leschs "Dienschtma Nr. 13" und 1955 mit Hans Peter Jaegers "Pierre … um 14.20") auf. 1976–91 war der Autor und Schauspieler Arthur Müller als Regisseur, Übersetzer und Textbearbeiter bei der B. tätig. Er inszenierte unter anderem 1977 Elmer Harris’ "Belinda", 1986 →Paul Burkhard/Leschs "Die kleine Niederdorf-Oper", 1989 →Curt Goetz’ "Das Haus in Montevideo" und 1990 "De falschi Revisor" nach Gogol. Seit 1992 führt Josette Gillmann, langjähriges Mitglied der B., regelmässig Regie, beispielsweise in den folgenden Produktionen: 1992 Burkhards "Der schwarze Hecht", 1995 "Grüezi" mit Melodien von Robert Stolz, 1996 →Rudolph Bolo Maeglin/→Hans Haugs "Gilberte de Courgenay" und 1998 Dale Wassermans "Einer flog über das Kuckucksnest". Gespielt wird meist in Kriens im Saal des Hotels Pilatus, der 1953 renoviert wurde und mit der Galerie etwa 300 Plätze bietet. Ausserdem produzierte die B. als eines der ersten Amateurtheater der Schweiz in den vierziger Jahren Freilichtaufführungen von Mysterienspielen und Historienstücken, beispielsweise 1940 "Das alte Urner Tellenspiel" (Bearbeitung: →Oskar Eberle). Weitere Freilichtspiele folgten in späteren Jahren, zum Beispiel Molières "De Giizhals" (1983) und Nestroys "Lumpazivagabundus" (1988) als Jubiläumsaufführungen der B. sowie "Ueli" nach →Jeremias Gotthelf (1999). Auf Initiative von Gillmann gründete die B. 1979 das "Seniorentheater Kriens". Dieses hatte sowohl in Kriens als auch bei Gastspielen in anderen Teilen der Deutschschweiz grossen Erfolg. Verbandsmitglied: →ZSV.

Literatur

  • 50 Jahre Theatergesellschaft B., 1983.


Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Bunte Bühne Kriens, Kriens LU, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 301–302.