Cabaret Kikeriki, Basel BS

Aus Theaterlexikon
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Ensemble ohne eigene Spielstätte, 1946–51

Das C. ging aus einem Programm hervor, das die jungen Grafiker Hanspi Hort, Ferdi Afflerbach, Otto Rehorek und der Kaufmann Steff Elias, Bruder des Schauspielers →Buddy Elias, am Abschlussabend der Grafikerklasse präsentiert hatten. Zusammen mit →César Keiser gründeten sie im Herbst 1946 in Basel das C. Die ersten beiden Programme "es moggedaigelet" und "40 Grad am Schatten" (beide 1947) waren fastnächtlich-unterhaltsam ausgerichtet und wurden bei verschiedenen Vereinsanlässen aufgeführt. Danach entwickelte sich das C. unter der Federführung des neu hinzugekommenen Texters und Regisseurs →Werner Wollenberger und des ebenfalls als Texter tätigen Keiser zu einem politisch-literarischen Kabarett­ensemble. Hort, Afflerbach und Rehorek zogen sich nach den ersten beiden Programmen von der Bühne zurück. Neu zum C. stiessen die Schauspielerin →Trudi Roth und der Jurist Jürg Pietro Spahr (Bühnenname: Pietro Sparr, später bekannt als Cartoonist Jüsp). In einzelnen Programmen wirkten als Darstellerinnen und Darsteller Sonja Baumgartner, Gertrud Werdenberg, Doris Suter, die Frau des Komponisten Robert Suter, Dolly Goelz, →Elisabeth Schnell und →Rudolf Ruf sowie als Pianist Roman Flury. Afflerbach gestaltete weiterhin – im Wechsel mit →Wolf Barth – die Bühnenbilder, E. Theo Wagner entwarf die Kostüme. Die Musik stammte zu einem grossen Teil von Hans Jürg Frei, der auch als Begleiter wirkte; weitere Kompositionen verfassten unter anderen Robert Suter und →Werner Kruse. Zwischen 1948 und 1951 entstanden fünf Programme, die jeweils während mehrerer Wochen pro Jahr meist im Saal der Safranzunft in Basel gezeigt wurden: "A la carte", "A propos", "Hereinspaziert", "Gügelfescht" und "Zwai linggs – zwai rächts". 1950 gastierte das C. mit dem eigens hierfür zusammengestellten Programm "Splitter und Balken" in Deutschland, unter anderem im Kom(m)ödchen Düsseldorf. Mit den zwei letzten Programmen "Zwai linggs – zwai rächts" und "Rhapsodie in Bluescht" trat das C. – unter dem Patronat des →Cabarets Federal – auch im Zürcher "Hirschen" auf. Nach den letzten Zürcher Gastspielen löste sich das C. im Frühling 1951 auf. Keiser, Roth, Wollenberger und Barth wechselten zum Cabaret Federal.

Literatur

  • Keiser, César: Wer lacht, lebt länger! Mein Cabaret-Jahrhundert, 2001.


Autoren: Hans-Ueli von Allmen/Stefan Koslowski



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Von Allmen, Hans-Ueli/Koslowski, Stefan: Cabaret Kikeriki, Basel BS, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 320–321.