Cabaret Rotstift, Schlieren ZH

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Ensemble ohne eigene Spielstätte, 1954–2002

Gegründet 1954 in Schlieren von mehreren Lehrern und Kindergärtnerinnen, um einen Skilagerfonds für mittellose Schüler zu eröffnen. Erstes Lokalprogramm "Zyt isch Gäld" am 11.11.1954 mit Hedi Baumann, Isolde Füllemann, →Werner von Aesch, Max Bürgi und Röbi Lips sowie Walter Witzig als Texter und Conférencier im Schwingkeller der Turnhalle "Im Moos" in Schlieren. 1956 fand das C. mit dem Programm "Mir striiched aa, mir striiched duur" zur Einweihung eines neuen Schulhauses in Schlieren überregionale Beachtung. In →Fredy Lienhard fand sich ein geeigneter Texter, der beginnend mit dem Programm "Das isch dänn z’vill!" 1957–65 die neuen Programme des C. wesentlich mitprägte und ab Anfang der sechziger Jahre auch als Darsteller wirkte. Für die Nummer "Sex-Tagerennen" im Programm "Mane mit Schnäuz" (1962) verwendeten von Aesch und Lienhard die bereits früher geschaffene Figur des "proletarischen Bohémien" Jimmy Muff, der im Zürcher Dialekt vor allem Sportanlässe mit kernigen Sprüchen kommentierte und durch seine Wiederkehr in späteren Programmen sowie seine Auftritte im "Café Endspurt", einem Magazin des Schweizer Radios DRS, populär wurde. 1965 formierte sich das C. neu, das bisher mit Ausnahme der kontinuierlich wirkenden Mitglieder von Aesch, Bürgi, Lips und Lienhard in wechselnder Zusammensetzung aufgetreten war: Von nun an ein reines Männerensemble, bestand es bis 1974 aus von Aesch, Bürgi, Lips und dem neu dazugekommenen Lehrer Jürg Randegger sowie drei Musikern. In dieser Besetzung entstanden die Programme "Ganze Schweiz heiter" (1965), "Nu kei Angscht" (1966), "Gseit isch xeit" (1968), "In Sache Sächeli" (1970), "S isch haarig!" (1972) und "rotstift-plausch. 20 Jahre Cabaret Rotstift" (1974). Aus dieser Zeit stammt die wohl berühmteste Nummer des C., die Skisportler-Persiflage "Am Skilift" (1970). 1974 schied Bürgi aus dem C. aus; für das folgende Programm "Jä nei!" (1977) stiess neu Heinz Lüthi hinzu, der schon früher für das C. getextet hatte. Nach dem Rücktritt von Lips setzte sich das C. ab 1981 aus von Aesch, Lüthi und Randegger zusammen, die auch als Texter und – mit Walter Dütsch – als Komponisten wirkten und weiterhin von einem Musikertrio begleitet wurden. Es folgten die Programme "Tschuldigung!" (1981), "Mues das sii?!" (1985), "Me sött!" (1990) und "Da simmer nomal!" (1995). Bis zur seiner Auflösung 2002 schuf das volksnahe C., das seine Stoffe dem Bereich des allgemein Menschlichen und Zwischenmenschlichen entnahm und politische und zeitkritische Themen ausklammerte, insgesamt rund zwanzig Programme, die auf ausgedehnten Gastspieltourneen in der Schweiz gezeigt wurden. Fast alle Programme erschienen auf Tonträgern und wurden vom Schweizer Fernsehen DRS ausgestrahlt, was den Bekanntheitsgrad des C. zusätzlich erhöhte. Mit dem Programm "Happy End!" (1999), das die erfolgreichsten Nummern aus den 45 Jahren des C. vereinigte, verabschiedete sich die Gruppe von der Bühne; nach den letzten Vorstellungen am 7. und 8.5.2002 löste sie sich offiziell auf.

Auszeichnungen

  • 1985 Prix Walo,
  • mehrere Goldene und Platin-Schallplatten.

Literatur

  • Lüthi, Heinz: C. R., 1978.
  • Lüthi, Heinz: 40 Jahre C. R., 1994.


Autoren: Hans-Ueli von Allmen/Stefan Koslowski



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Von Allmen, Hans-Ueli/Koslowski, Stefan: Cabaret Rotstift, Schlieren ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 321.