Carl Friedrich Wiegand

Aus Theaterlexikon
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* 29.1.1877 Fulda (D), † 26.5.1942 Zürich.

Kontorist bei einer Brauerei, danach Ausbildung zum Lehrer. Ab 1905 Studium der deutschen Literatur in Zürich, Promotion 1907. Ab 1908 Lehrer für deutsche Sprache und Literatur an der Zürcher Kantonsschule und Dozent an der Zürcher Volkshochschule, daneben für eine Reihe namhafter deutscher und schweizerischer Zeitungen tätig. Im Sommer 1917 Gründung der Zürcher Kammerspiele mit dem Ziel, durch die Uraufführung dramatischer Werke die schweizerische Literatur zu fördern. 1932 wegen einer schweren Krankheit in den Ruhestand versetzt. Als Dramatiker debütierte W. 1909 mit dem naturalistischen Drama "Die Winternacht" (Uraufführung 2.2.1909, →Stadttheater Zürich; Neufassung 31.1.1923, →Schauspielhaus Zürich, Regie: W.). Es folgte der Einakter "Der Korse" (Uraufführung 13.12.1909, Stadttheater Zürich), später unter dem Titel "Corleone" gemeinsam mit der Tragödie "Kain" (Uraufführung 1922, Kammerspiele Zürich) im Band "Die Gefesselten" (1920) veröffentlicht. Zum 46. Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Zürich 1910 verfasste W. das Spiel "Miodelas Heimkehr". Mit "Marignano" – angeregt durch die entsprechenden Fresken Ferdinand Hodlers im Zürcher Landesmuseum – festigte W. seinen Ruf als Dramatiker (Uraufführung 1911 in einem eigens errichteten Freilichttheater in Morschach). Vom deutschen Volksschillerpreis den deutschen Bühnen empfohlen, wurde dieses "Schweizer Volksdrama" 1913 bei der Enthüllung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig zusammen mit Gerhart Hauptmanns "Florian Geyer" und Heinrich von Kleists "Die Hermannsschlacht" aufgeführt. 1919 erschien die Komödie "Die Simulanten". Für das →Schweizerische Marionettentheater verfassten W. und →Jakob Rudolf Welti das Puppenspiel "Doktor Faust" (im Dezember 1923 uraufgeführt in der Ausstattung von →Otto Morach). Neben Bühnenwerken, deren Bedeutung in ihrer Repräsentativität für den Zeitgeschmack liegt, verfasste W. Romane, Gedichte und Erzählungen.

Literatur

  • Faesi, Robert et al.: Dem Dichter C. F. W. zu seinem 60. Geburtstage, 1937 [mit Bibliografie].


Autor: Dirk Strohmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Strohmann, Dirk: Carl Friedrich Wiegand, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2096–2097.

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