Carl Seelig

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* 11.5.1894 Zürich, † 15.2.1962 Zürich.

Nach der Matura in Trogen Besuch der Handelsschule in Neuenburg und Studium der Jurisprudenz an der Universität Zürich, ohne Abschluss. 1919 für ein Jahr als Lektor in Wien. In den frühen zwanziger Jahren Publikation mehrerer Bände Lyrik und Prosa. Danach jahrzehntelange Rezensionstätigkeit. Neben Buchbesprechungen, Dichterporträts, Interviews und Filmkritiken verfasste S. zahlreiche Theaterkritiken und -berichte, vor allem für die Basler "National-Zeitung", aber auch für den "Tages-Anzeiger" in Zürich, die "Neue Zürcher Zeitung" und die →Schweizerische Theaterzeitung (Kürzel: C. S. oder cs.), oftmals allerdings Routinearbeiten ohne markantes Profil. Seine Mitgliedschaft in der Literaturkommission der Stadt Zürich und seine Verlagskontakte nutzte S. zur (auch materiellen) Förderung verschiedenster Autoren, jenseits ideologischer Präferenzen. "Er wollte lieber helfen als rechthaben." (Werner Weber) Gemeinsam mit Alfred Polgar bearbeitete S. Nestroys musikalische Posse "Der Zerrissene" (Premiere 30.3.1944 am →Schauspielhaus Zürich, Regie: →Leopold Lindtberg, Musik: →Paul Burkhard).

Einstein-Biograf; Herausgeber der Werke von Georg Büchner, Novalis und Georg Heym. Vormund und Nachlassverwalter →Robert Walsers ("Wanderungen mit Robert Walser", 1957). S. gab einer 1966 in Zürich gegründeten Stiftung den Namen, die den Zweck verfolgt, bedürftige Künstler und Wissenschaftler zu unterstützen und die Publikation und Erforschung von Robert Walsers Werk zu fördern.

Literatur

  • Weinzierl, Ulrich: C. S. – Schriftsteller, 1982.

Nachlass

  • Bibliothek der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich,
  • Robert-Walser-Archiv der Carl-Seelig-Stiftung Zürich und
  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Carl Seelig, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1671.

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