Cathy Sharp

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* 11.1.1948 Nashville (USA).

1966–68 Tanzausbildung an der North Carolina School of the Arts. 1968/69 tanzte sie beim Atlanta Ballet und 1969–73 bei Les Grands Ballets Canadiens in Montreal. 1973 wurde S. von →Heinz Spoerli an das Ballett der →Basler Theater engagiert, wo sie bis 1988 als Tänzerin auftrat (unter anderem als Julia in Prokofjews "Romeo und Julia" sowie in den Charakterrollen der Frau Wesendonck in "Träume" und der Mutter in "Giselle", Choreografie jeweils: Spoerli). Daneben leitete sie 1980–88 die Ballettschule der Basler Theater und schuf Choreografien für einige Opern. Seit 1988 ist S. als freie Choreografin tätig. 1989/90 war sie für einen Teil der Spielzeit Ballettmeisterin am Theater des Westens Berlin. 1991 gründete sie zusammen mit dem holländischen Regisseur Adrian Schriel das achtköpfige "Tanz Ensemble Cathy Sharp (T. E. C. S.)" in Basel, eine unabhängige professionelle Tanzgruppe. Durch eine vielfältige Palette verschiedener Stile, neuer dynamischer Formen und Techniken auf der Basis des neoklassischen Tanzes und des Modern Dance fordert sie von ihrem Ensemble hohe Flexibilität. In der Regel tanzt die Kompanie zu Live-Musik, teils zu bereits bestehenden, teils zu eigens für sie komponierten Musikstücken. Regelmässig lädt S. Gastchoreografen ein. Die Produktionen hatten zunächst meistens in der Kulturwerkstatt Kaserne/→Kaserne Basel, später vor allem im →Theater Roxy in Birsfelden Premiere. Unter der Leitung von S. entstanden die folgenden Choreografien: 1990 "Winkende Frauen" (Musik: James Reynolds, mit dem Ballet de l’Ambre, Delémont), 1991 "Les Ages" (Musik: Reynolds), 1992 "The Ballad of Frankie Silver" (Musik: Panaiotis), 1993 "Bog People" (Musik: John Tavener und andere), 1994 "Vox, Vocis" (Musik: Ivo Malec), 1995 "Töchter" (Musik: Reynolds), 1996 "Chiaro-Scuro" (Musik: Pergolesi), "Under the Bed" (Musik: John Cage, Laurie Anderson, John Zorn und andere), 1997 "Three Blind Mice" (Musik: Satie, Messiaen, Henri Dutilleux), 1998 "Chantecler et le manteau étoilé", 1999 "Lunula" (Musik beide: Peter Maxwell Davies), 2001 "E-Space" (Musik: Knut Remond), "Water Witchers" (Musik: Geräuschcollage, Pergolesi). In Zusammenarbeit mit Gastchoreografen entstanden 1994 "Quartett II" (Nils Christe), 1995 "Laudate" (→Etienne Frey), 1996 "Dear Little Ego" (Ricardo Rozo), 1997 "Lily" (Kendra Walsh), "Unzipped" (→Richard Wherlock), "Within Shortly" (Philippe Blanchard), 1998 "Ninive, j’arrive!!!" (Frey), "Touch and Go" (→Samuel Wuersten) und 1999 "Chameleon" (Itzik Galili). Das Ensemble, das seit 1997 durch den Kulturvertrag Basel-Stadt/Basel-Land subventioniert wird, gab mehrere Gastspiele in Europa und den USA. Die Arbeit an "The Ballad of Frankie Silver" und die Reise des T. E. C. S. zum Gastspiel im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 wurde von Benno Hungerbühler im Film "Blue Motion" (1999) festgehalten. Seit Januar 2004 tritt es unter dem neuen Namen "Cathy Sharp Dance Ensemble" auf.

Auszeichnungen

  • 1982 2. Preis in der Kategorie Gruppe am Internationalen Choreografen-Wettbewerb in Nyon.


Autorin: Marianne Mühlemann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Mühlemann, Marianne: Cathy Sharp, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1682.

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