Charles Gillig

Aus Theaterlexikon
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* 29.10.1906 Bischheim im Elsass (heute: F), † 1.2.1961 Zürich.

Zunächst Tätigkeit im Typografengewerbe und im Schallplattenarchiv von Radio Strassburg, dann Gesangsausbildung beim Tenor Georges Jouatte in Paris. Engagements als Opernsänger 1941–44 am Stadttheater Mülhausen im Elsass, 1945–49 als Gast an der Opéra de Lyon und am Théâtre Municipal in Strassburg, 1949–52 am →Stadttheater Basel, 1953/54 am Stadttheater Saarbrücken und 1954 bis zu seinem Tod am →Stadttheater Zürich. Von gelegentlichen Ausflügen ins Buffofach abgesehen, trat G., der eine mächtige, wohl klingende Stimme besass, vorwiegend in seriösen Basspartien auf. So gehörten Rocco in Beethovens "Fidelio", die Mozart-Rollen Leporello in "Don Giovanni", Osmin in "Die Entführung aus dem Serail" und Sarastro in "Die Zauberflöte", Sir John Falstaff in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", die Verdi-Partien Filippo II in "Don Carlo", Padre Guardiano in "La forza del destino", Zaccaria in "Nabucco" sowie Daland in →Richard Wagners "Der fliegende Holländer", König Heinrich in dessen "Lohengrin", und Gurnemanz in dessen "Parsifal" zu seinen bedeutendsten Aufgaben. Am Stadttheater Basel sang G. 1952 in der Uraufführung von →Rolf Liebermanns "Leonore 40/45" (Regie: →Friedrich Schramm, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals) den Lejeune; am Stadttheater Zürich war er 1957 an der szenischen Uraufführung von Schönbergs "Moses und Aron" beteiligt (Regie: →Karl-Heinz Krahl, musikalische Leitung: →Hans Rosbaud). Als Gast trat er am →Stadttheater Bern (1957/58 Rocco) und am →Stadttheater St. Gallen (1949/50 Sarastro, 1952/53 Rocco) auf. G. war auch als Konzertsänger und Gesangspädagoge tätig.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Charles Gillig, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 715.

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