Charles Lewinsky

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* 14.4.1946 Zürich.

Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Berlin und Zürich, Regieassistent von Fritz Kortner. 1965–67 Regie- und Dramaturgieassistent am →Stadttheater Luzern (Direktion: →Horst Gnekow), 1967–70 Regisseur, Dramaturg und persönlicher Referent des Intendanten am Stadttheater Ingolstadt, 1970/71 Dramaturg an der Freien Volksbühne Berlin (Intendant: Hansjörg Utzerath), 1972–75 Dramaturg und Regisseur am Staatstheater Kassel, dann Redakteur und Leiter des Ressorts "Wort – Unterhaltung" beim Schweizer Fernsehen DRS. Seit 1980 freischaffender Autor, vor allem für das Fernsehen: L. schrieb für verschiedene Sendeanstalten die Drehbücher für mehrere hundert Shows (darunter die "Peter-Alexander-Show" und "Musik ist Trumpf") und für zahlreiche Serien wie "Neugass 25" (Schweizer Fernsehen DRS 1975/76), "Schöne Ferien" (ARD 1985), "Happy Holiday" (ARD 1992), "Florida Lady" (ZDF 1994) und die Sitcom "Biggi" (ARD 1998). Für das Schweizer Fernsehen verfasste L. die 1994–99 erstmals ausgestrahlte, äusserst erfolgreiche Sitcom "Fascht e Familie" (mit →Trudi Roth und →Walter Andreas Müller) sowie die Sitcoms "Fertig lustig" (gemeinsam mit Rolf Polier, ab 2000 ausgestrahlt) und "Bürgerbüro" (2002). Für die Bühne dramatisierte L. unter anderem Kästners "Drei Männer im Schnee" (Premiere Ende September 1983, danach in L.s Dialektfassung zwei Jahre erfolgreich auf einer Tournee des →Teaters Dreiländereck Basel, mit →Ruedi Walter, →Inigo Gallo und Dieter Ballmann, Regie: Gallo), schrieb Cabaret-Revuen (zusammen mit →Hans Gmür) und seit 1989 diverse Bühnenshows für den Entertainer "Mary" (eigentlich: Georg Preusse). 2000 wurde am Theater →Fauteuil in Basel L.s musikalische Gaunerkomödie "Ganz e feini Familie" in der Regie von Gallo uraufgeführt (Musik: Heinz Gietz), 2002 folgten die Uraufführungen der Revue "Freunde, das Leben ist lebenswert" am Badischen Staatstheater Karlsruhe und des Musicals "Deep" in Zürich in einer Halle auf dem Maag-Areal (Musik: Markus Schönholzer). Darüber hinaus verfasste L. über dreissig Hörspiele, darunter "Guillotin" (Schweizer Radio DRS 2, 1989), dessen Bühnenfassung unter dem Titel "Der gute Doktor Guillotin" am 15.4.1992 am →Theater am Neumarkt in Zürich uraufgeführt wurde (Regie: Adelheid Müther). Er schrieb über 700 Schlagertexte und veröffentlichte 1984 zusammen mit Doris Morf die Polit-Fiktion "Hitler auf dem Rütli", 1985 "Galaktische Gartenzwerge", 1991 "Der A-Quotient", 1991 und 1997 die Fernsehromane "Mattscheibe" und "Schuster! Roman einer Talkshow" (auch: "Die Talkshow"), 1997 "Der Teufel in der Weihnachtsnacht" und 2000 den Roman "Johannistag".

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1983 Chaplin-Preis der Stadt Montreux,
  • 1987 Grand Prix der Volksmusik (für "Das kommt uns spanisch vor"),
  • 1995 Prix Walo ’94 für seine zwanzigjährige Tätigkeit als Medienschaffender,
  • 2001 Schiller-Preis der Zürcher Kantonalbank für "Johannistag",
  • 2002 Preis der Schweizer Zeitschrift "Tele" für seine Arbeit als Sitcom-Drehbuchautor.


Autor: Dietrich Seybold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Seybold, Dietrich: Charles Lewinsky, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1102–1103.

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