Charles Regnier

Aus Theaterlexikon
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* 22.7.1915 Freiburg im Breisgau (D), † 13.9.2001 Bad Wiessee (D). Aufgewachsen in Davos, Strassburg und Montreux. Bruder des Regisseurs und Rundfunk-Abteilungsleiters Henri R. ∞ I. Pamela Wedekind, Schauspielerin, Tochter des Dramatikers →Frank Wedekind, ∞ II. 1989 →Sonja Ziemann, Schauspielerin. Vater der Schauspielerin Carola R. und des Autors Anatol R.

Schauspielausbildung in Berlin, nach 1933 Betreiber einer Andenkenboutique in Portofino. Nach der Rückkehr nach Deutschland als Schauspieler in Hannover, 1938–41 Schauspieler am Stadttheater Greifswald, 1941–58 Schauspieler und Regisseur an den Münchner Kammerspielen (unter anderem: 1943 Prinz in Lessings "Emilia Galotti"; 1944 Arnold in Gerhart Hauptmanns "Michael Kramer"; 1951 Riccaut in Lessings "Minna von Barnhelm", Regie: Fritz Kortner), Schauspiellehrer an der Otto-Falckenberg-Schule München. Als Gast unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus (unter Gustaf Gründgens), an den Städtischen Bühnen Wuppertal, am Schauspielhaus Bochum, am Burgtheater Wien und bei den Salzburger Festspielen sowie zunehmend an diversen Boulevardbühnen und auf zahlreichen Tourneen (unter anderem: Maurice in Verneuils "Herr Lamberthier" in eigener Regie, mit Sonja Ziemann als Germaine; Möbius in →Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker"; Arzt in Peter Shaffers "Equus"; Kardinal in Cocteaus "Bacchus"; Inszenierung von Williams’ "Endstation Sehnsucht"). Seit 1956 war er regelmässig als Schauspieler und Regisseur am →Schauspielhaus Zürich tätig (1956 Mouche in Ustinovs "Der leere Stuhl", Regie: →Werner Kraut; 1958 Julian in Hofmannsthals "Der Turm", Regie: →Oskar Wälterlin; 1960 Xavier Marton in Simenons "Maigret hat Zweifel", Regie: Wälterlin; 1964 Titelrolle in Kipphardts "In der Sache J. Robert Oppenheimer", Regie: →Peter Löffler; 1965 Quentin in Arthur Millers "Nach dem Sündenfall", Regie: William Dieterle; 1980 Titelrolle in Dürrenmatts "Romulus der Grosse", Regie: →Gerhard Klingenberg; 1960 Inszenierung von Feydeaus "Herzliches Beileid", 1972 der Schweizer Erstaufführung von Albees "Alles vorbei") sowie unter →Egon Karter an der →Komödie Basel (In­szenierungen: 1960 Frank Wedekinds "Der Liebestrank" und 1968 "Lulu" mit R. selbst als Dr. Schön) und am →Theater am Hechtplatz Zürich (1989 in Brian Clarks "Offener Brief" mit →Anne-Marie Blanc). R. übersetzte zahlreiche Stücke aus dem Englischen (Agatha Christies "Zeugin der Anklage") und Französischen, darunter Dramen von Jean Giraudoux und Jean Cocteau ("Bacchus"), Komödien von Feydeau, Guitry, Jamiaque und Barillet/Grédy. Internationale Filmtätigkeit, unter anderem in Filmen von William Dieterle, Douglas Sirk, Anatole Litvak, Arthur Hiller, Ingmar Bergman und Margarethe von Trotta. Zahlreiche Hörspiel- und Fernsehrollen.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1955 Deutscher Kritikerpreis,
  • 1998 Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands für herausragende Einzelleistungen.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Charles Regnier, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1469–1470, mit Abbildung auf S. 1470.

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