Charli Schluchter

Aus Theaterlexikon
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* 3.9.1931 Zürich.

Zunächst Lehre als Blumengärtner, dann verschiedene Gelegenheitsarbeiten und Unterricht in den Fächern Malen, Zeichnen, Modellieren und Schriftenmalen an der Kunstgewerbeschule in Zürich (unter anderem bei Hans Falk und Hans Iten). Besuch einer Mimenschule. 1954 kam S. als Bühnenhilfe ans →Theater am Central in Zürich und wurde bald als technischer Leiter bei einer Produktion mit Lil Dagover und Gustav Fröhlich auf eine Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geschickt. Gegen Ende der fünfziger Jahre als Puppenspieler bei →Peter W. Loosli. Requisiteur bei Schweizer Filmen. Technischer Leiter und Bühnenbildner beim →Cabaret Rüeblisaft. 1965–69 technischer Leiter am →Theater am Neumarkt in Zürich. Der dort tätige Bühnenbildner →Ambrosius Humm ermunterte S., seine Idee eines eigenen Puppentheaters zu verwirklichen: 1970 gründete S. die Puppenbühne Charli Schluchter. S. stellte die Puppen und Bühnenbilder her, bearbeitete und schrieb die Stücke und spielte mit professionellen Schauspielern an verschiedenen Schweizer Theatern sowie in Schulen und Gemeinden. Erste Produktionen: "Hungrige Prinzessin", "Drosselbart", "Zauberland" und "Froschkönig". 1972 gelang ihm mit "Di sibe chlyne Röiber" (mit Stabpuppen und Schauspielern) bei Presse und Publikum der Erfolg, der die weitere Existenz des Theaters sicherte. Es folgten "Di chly Häx" (1974–77), "s’Unghüür" (1978–82), "Violetto" (1983–85). 1985 änderte S. den Namen von Puppentheater Charli Schluchter zu Theater Colibri, da seine Produktionen Schauspiel- und Puppentheater zugleich waren. Es folgten "Lisa Liza" (1986–88), "Oepfelmaa" (1988–90) und "Ping Pong Pinguin" (1990–91). S. gab auch Kurse für Puppenspiel, oft zusammen mit Elisabetha Bleisch, sowie theaterpädagogische Kurse in Schulen. 1984 begann er auf autodidaktischem Weg eine Ausbildung zum Fotografen. 1993–95 ging er mit seinem Soloprogramm "Zwüsche Vögel und Fisch hockt de Liim", in dem er die Erfahrungen eines einsamen Menschen erzählte, zum letzten Mal auf Tournee. 1996 löste er sein Theater auf. Seither ist S. als Fotograf tätig (diverse Ausstellungen).



Autor: Kurt Bigger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigger, Kurt: Charli Schluchter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1612–1613.

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