Charly Schneider

Aus Theaterlexikon
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* 10.3.1929 München (D), † 26.4.1996 Zürich, eigentlich Karl S.

Erlernte schon als Kind verschiedene Instrumente, studierte dann an der Musikakademie in München und schloss mit dem Staatsexamen bei →Hans Rosbaud ab. Debüt als Kapellmeister und Arrangeur beim Zirkus Krone, danach Dirigent bei "Holiday on Ice" in Hamburg und Südamerikatournee mit der Eisoperette "Kaiserwalzer". Anschliessend war S. vier Jahre Leiter eines Rundfunk- und Fernsehorchesters in Südamerika. 1956 Rückkehr nach Europa. 1956/57 erster Operettenkapellmeister an der Städtischen Bühne Hagen. In der gleichen Position 1957–59 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, 1959–63 an den Städtischen Bühnen Oberhausen und 1963–75 erneut in Krefeld-Mönchengladbach. 1975 wechselte S. als Kapellmeister für Operette und Musicals ans →Opernhaus Zürich, wo er mit Loewe/Lerners "My Fair Lady" debütierte. Er übernahm dort auch das Arrangement und die Instrumentation von Operetten oder Musicals, zu denen es beispielsweise nur Klavierauszüge gab. Bis zu seiner Pensionierung 1992 dirigierte er unter anderem die Schweizer Erstaufführungen von Kander/Ebb/Masteroffs "Cabaret" (1981) und Hermans "La Cage aux Folles" (1987) sowie die Uraufführung von Peter Reber/→Hans Gmürs Musical "Keep Smiling" (1982 im →Corso-Theater Zürich) und leitete regelmässig Kindermusicals (darunter 1987 →Lilian Westphal/Hermann Thiemes/→Jörg Schneiders "Brumbubu" und 1992 die Schweizer Erstaufführung von Wilfried Hiller/Michael Endes "Die Ballade von Norbert Nackendick oder Das nackte Nashorn", aufgeführt auf verschiedenen Plätzen der Stadt und des Kantons Zürich), aber auch vereinzelt Opern (etwa 1984 Donizettis "Viva la Mamma", aufgeführt im →Stadthof 11) und Ballette. Lehrauftrag für Instrumentation und Arrangement am Konservatorium Zürich.



Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Charly Schneider, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1620–1621.

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