Christian Kohlund

Aus Theaterlexikon
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* 17.8.1950 Basel. ∞ I. Christine Buchegger, Schauspielerin, ∞ III. Elke Best, Schlagersängerin. Sohn des Schauspielers und Regisseurs →Erwin K. und der Schauspielerin →Margrit Winter, Bruder der Schauspielerin und Regisseurin →Franziska K., Enkel des Schauspielers, Regisseurs, Bühnenbildners und Theaterleiters →Ekkehard K.

Nach der Matura 1970–72 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Erste Engagements 1972/73 am Schiller-Theater in Berlin und 1973–75 am Bayerischen Staatsschauspiel in München (Willy Carson in Edward Bonds "Die See", Regie: →Luc Bondy), 1976/77 als Gast an der Freien Volksbühne Berlin (Graf Wetter vom Strahl in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", Regie: Kurt Hübner). 1978–80 Engagement am →Schauspielhaus Zürich. Dort spielte K. beispielsweise Melchthal in Schillers "Wilhelm Tell", Ruprecht in Kleists "Der zerbrochene Krug" und Troilus in Shakespeares "Troilus und Cressida" (Regie jeweils: →Werner Düggelin). Anschliessend arbeitete K. freischaffend und spielte unter anderem 1980/81 am Theater in der Josefstadt in Wien, 1981–84 und 1999/2000 am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg (1981 Bote in Aischylos’ "Die Perser", 1984 Titelrolle in Emmanuel Roblès’ "Montserrat" und 2000 Denis Diderot in Eric-Emmanuel Schmitts "Der Freigeist", Regie: Franziska K.). Bei verschiedenen Tourneetheatern war K. als Schauspieler und Regisseur tätig, so 1985–87 und 1990/91 bei der Theater-Fernseh-Produktion/Theaterproduktion Erich Kuhnen in Berlin, wo er in einer eigenen Inszenierung Rawlings in Hemingways "Die fünfte Kolonne" spielte, 1988–90 sowie 1994/95 bei den Theatergastspielen Kempf in München (1989 Vicomte de Valmont in einer dramatisierten Version von Choderlos de Laclos’ Roman "Gefährliche Liebschaften", 1994 erneut Graf Wetter vom Strahl in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" in eigener Inszenierung und Ausstattung), 2000/01 bei der →Bühne 64 – Margot Medicus in Zürich (Darrow in David W. Rintels’ Monolog "Im Zweifel für den Angeklagten" in eigener Inszenierung und Ausstattung). Populär wurde K. vor allem durch seine zahlreichen Filmrollen. Seit den siebziger Jahren spielt er regelmässig in Kino- und Fernsehfilmen, unter anderem Erwin Gotz in →Maximilian Schells "Der Fussgänger" (1973), Thomas Waghorn in Christian-Jaques Fernseh-Vierteiler "La Nouvelle Malle des Indes"/"Wettlauf nach Bombay" (1981), Robert Wagner in Peter Reichenbachs "Das Mädchen aus der Fremde" (1999) sowie in zahlreichen Fernsehserien wie "Die Schwarzwaldklinik"; zudem führte er Regie beim Fernsehfilm "Tod durch Entlassung" (2001, Schweizer Fernsehen DRS).

Auszeichnungen

  • 1999 Prix Walo.


Autorin: Sara Baumann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Baumann, Sara: Christian Kohlund, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1012–1013.