Christian Vöchting

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* 1.2.1928 Basel, † 3.11.1967 Zürich. Schwiegersohn des Komponisten →Frank Martin.

Musikstudium in Basel privat sowie am →Konservatorium Basel bei Valerie Kägi und Hans Vogt (Klavier), Gustav Güldenstein und →Walter Müller von Kulm (Theorie) sowie Hans Münch (Dirigieren). Erstes Engagement 1948–52 als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau (dort leitete er 1952 mit Verdis "Il Trovatore" seine erste selbstständige Einstudierung). 1952–57 erster Kapellmeister und musikalischer Oberleiter (zusammen mit Richard Langer) am →Städtebundtheater Biel-Solothurn als Nachfolger von →Peter Maag (Debüt mit Mozarts "Le nozze di Figaro"). 1957–59 erster Kapellmeister an den Wuppertaler Bühnen, 1959–62 Kapellmeister an der Städtischen Oper/Deutschen Oper Berlin. 1962 bis zu seinem Tod war V. musikalischer Oberleiter am Stadttheater/→Opernhaus Zürich. 1962–64 übernahm er zusätzlich zusammen mit Emil Jucker (künstlerische Administration), Werner Meyer (kaufmännische Leitung) und →Hans Zimmermann (Oberregisseur der Oper) interimistisch die Leitung der Zürcher Musiktheaterbühne. Als Gast hatte er dort bereits seit 1958 dirigiert: 1958 Strawinskys "Oedipus Rex" und "Der Feuervogel", im Rahmen der Juni-Festspiele 1959 die Schweizer Erstaufführung von Martins "Der Sturm", 1959/60 Mozarts "Die Zauberflöte" sowie 1961 →Richard Wagners "Parsifal". In seiner Funktion als Chefdirigent dirigierte er ab 1962 Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", die Uraufführung von →Rudolf Kelterborns "Die Errettung Thebens" (1963, Regie: Zimmermann), Mozarts "Le nozze di Figaro", Strawinskys "The Rake’s Progress", Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau" und "Salome", Webers "Oberon", Mozarts "Don Giovanni", Mussorgskys "Boris Godunow", Smetanas "Die verkaufte Braut", Luigi Dallapiccolas "Volo di notte" und "Il prigioniero", Richard Heubergers Operette "Der Opernball", Ravels "L’Heure espagnole" und "Daphnis et Chloé", Glucks "Iphigénie en Tauride", Wagners "Tannhäuser", Prokofjews "Romeo und Julia", Richard Strauss’ "Arabella", Strawinskys "Le Sacre du printemps", Johann Strauß’ "Die Fledermaus" (1967 als letzte Neueinstudierung) und Mozarts "Così fan tutte" (1967 als seine letzte Vorstellung). Zur Eröffnung des wiederaufgebauten →Grand Théàtre in Genf leitete V. 1962 Verdis "Don Carlos" (Regie: Marcel Lamy) und kehrte unter der Direktion →Herbert Grafs für "Der Rosenkavalier" (1964 und 1966), Bergs "Wozzeck" (1965) und Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" (1967) in die Rhonestadt zurück. V.s Laufbahn als Konzertdirigent begann bereits 1950 in Winterthur und führte ihn bald zu den bedeutendsten Orchestern Europas. Er galt nicht nur als glänzender Orchestererzieher und Förderer junger, schöner Stimmen, sondern wurde ob seiner sensiblen und bescheidenen Art hoch geschätzt.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Christian Vöchting, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2015.

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