Christiane Hörbiger

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* 13.10.1938 Wien (A). Tochter des Attila H. und der Paula Wessely, Nichte des Paul H., Schwester der Maresa H. und der Elisabeth Orth, sämtliche Schauspieler. ∞ I. Wolfgang Glück, Regisseur, ∞ II. Rolf R. Bigler, Chefredaktor.

1946 Aufenthalt als "Rot-Kreuz-Kind" in einem Kinderheim im bernischen Beatenberg. 1956 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Wien, daneben Privatunterricht bei Alma Seidler. Debüt 1959 als Recha in Lessings "Nathan der Weise" am Burgtheater Wien. 1960/61 Engagement an den Städtischen Bühnen Heidelberg (unter anderem Klärchen in Goethes "Egmont", Titelrolle in Goldonis "Mirandolina"), 1961–67 erneut am Burgtheater Wien (unter anderem 1967 Gretchen in Goethes "Faust", Regie: →Leopold Lindtberg) sowie ab 1961 auch bei den Salzburger Festspielen (unter anderem: 1961 Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann"; 1976 Flora Baumscheer in Nestroys "Talisman", Regie: Otto Schenk; 1980 Genia Hofreiter in Schnitzlers "Das weite Land", Regie: →Maximilian Schell). An den Münchner Kammerspielen gastierte sie 1965 als Luise in Schillers "Kabale und Liebe" (Regie: Fritz Kortner). Der damalige Schauspielhaus-Direktor Leopold Lindtberg holte H. 1965 nach Zürich, wo sie erfolgreich als Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie: →Michael Hampe) debütierte. Nach zwei weiteren Stückverträgen in der Spielzeit 1966/67 gehörte sie 1967–89 zum Ensemble des Schauspielhauses Zürich, wo sie danach weiterhin gastierte. Sie spielte unter anderem 1969 Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug", 1970 Marthe in Goethes "Urfaust" (szenische Fassung und Regie: →Friedrich Dürrenmatt), 1972 Marie in Büchners "Woyzeck" (Regie: Dürrenmatt), 1973 Kate in Cole Porters "Kiss Me, Kate" (Regie: Horst Balzer), 1975 Elisabeth in Schillers "Maria Stuart" (Regie: →Harry Buckwitz), 1978 Katharina in Shakespeares "Die Zähmung der Widerspenstigen" (Regie: →Gerhard Klingenberg), 1980 Arkadina in Tschechows "Die Möwe" (Regie: →Werner Düggelin), 1983 Gertrud in Shakespeares "Hamlet" (Regie: →Benno Besson), 1985 Alte in Ionescos "Die Stühle" (Regie: Düggelin), 1988 Genia Hofreiter in Schnitzlers "Das weite Land" (Regie: →Hans Hollmann). Mehrfach gastierte H. auch an der Komödie im Bayerischen Hof in München (unter anderem als Marie Heink in Bahrs "Das Konzert", auch auf Tournee). H. hat nicht nur die grossen Frauenrollen des Theaters gespielt, sondern ist auch eine populäre Film- und Fernsehschauspielerin, unter anderem 1985 in Xaver Schwarzenbergers Film "Donauwalzer" als Judith, wofür sie 1986 den Bayerischen Filmpreis erhielt, ab 1986 in der Fernsehserie "Das Erbe der Guldenburgs" als Gräfin, 1992 in Helmut Dietls Film "Schtonk!" als Freya von Hepp. 1980 gab H. das Buch "Zeitgenossen: Begegnungen und Porträts eines grossen Journalisten" mit Texten von Rolf R. Bigler heraus. H.s Lebensgefährte, der Regisseur Gerhard Tötschinger, veröffentlichte 1994 die Biografie "Christiane Hörbiger: Ein Porträt aus der Nähe".

Auszeichnungen

Diverse Film- und Fernsehpreise, darunter

  • 1987 Goldene Kamera,
  • 1992 Bambi,
  • 1994 Deutscher Filmpreis,
  • 2001 Adolf-Grimme-Preis.


Autor: Mats Staub



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Staub, Mats: Christiane Hörbiger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 871–872, mit Abbildung auf S. 872.

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