Christoph Groszer

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* 1.10.1926 Hamburg (D).

Kriegsdienst als Luftwaffenhelfer und Seekadett, nach dem Kriegsende Abitur und 1947–49 Ausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. Gleichzeitig Regieassistent in Berlin am Deutschen Theater unter den Intendanten Gustav von Wangenheim und →Wolfgang Langhoff, am Theater am Schiffbauerdamm und am Theater im British Center sowie bei den Salzburger Festspielen und an der Städtischen Oper Berlin. 1949–57 Schauspieler, Regieassistent, Dramaturg und Regisseur am Theater am Kurfürstendamm Berlin. 1950 Debüt als Opernregisseur mit einer Inszenierung von Mozarts "Bastien und Bastienne" im Titania-Palast Berlin. 1957–60 war G. unter der Direktion von →Walter Oberer Oberspielleiter des Schauspiels und der Oper sowie Dramaturg am →Stadttheater Luzern, wo er unter anderem Glucks "Iphigenie auf Tauris", Verdis "Macbeth" und "Nabucco", Puccinis "La Bohème", Eliots "Die Cocktail-Party", Claudels "Der Tausch", Gerhart Hauptmanns "Die Ratten", →Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" inszenierte, daneben Gastinszenierungen am →Stadttheater Bern (1959 Verdis "Otello", 1960 Schweizer Erstaufführung von Tschaikowskys "Mazeppa"), wo G. 1960–64 ebenfalls unter der Direktion Oberers Oberspielleiter der Oper war und über zwanzig Opern- und Schauspielinszenierungen verantwortete, darunter die Schweizer Erstaufführungen von Williams’ "Camino Real" und von Brittens "Albert Herring", ausserdem Verdis "Macbeth", Strindbergs "Ein Traumspiel", Donizettis "Lucia di Lammermoor", Mozarts "Così fan tutte", →Richard Wagners "Tannhäuser" und →Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter". 1964–67 war G. Intendant des Landestheaters Tübingen, 1967–72 Direktor des →Stadttheaters St. Gallen. Dort inszenierte er unter anderem Beethovens "Fidelio", Mozarts "Die Zauberflöte" und "Don Giovanni", Orffs "Die Kluge", García Lorcas "Doña Rosita bleibt ledig", Lessings "Nathan der Weise" und die Schweizer Erstaufführung von Ionescos "Triumph des Todes oder Das grosse Massakerspiel". 1972–78 war G. Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig, 1978–86 Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. 1986–91 leitete G. als Direktor das →Opernhaus Zürich. Unter anderen inszenierten →Claus Helmut Drese (1987–89 Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen", musikalische Leitung: →Ralf Weikert), →Michael Hampe, Jean-Pierre Ponnelle (Mozarts "Don Giovanni" und "Die Zauberflöte", musikalische Leitung beide: →Nikolaus Harnoncourt), →Ulrich Peter (Händels "Xerxes"; Puccinis "Tosca", musikalische Leitung: →Nello Santi), →Daniel Schmid (Rossinis "Guglielmo Tell") und Harry Kupfer (1988 die Schweizer Erstaufführung von Aribert Reimanns "Lear", Neueinstudierung der Inszenierung von 1983 an der Komischen Oper Berlin). Einen Höhepunkt in der Programmation bildete die Übernahme der "Europeras 1 & 2" von John Cage aus Frankfurt im Rahmen der Juni-Festwochen 1991 (Regie: Roberto Goldschläger/Andrew Culver). Ballettdirektor war →Uwe Scholz. Selbst inszenierte G. in Zürich 1990 die Uraufführung der Neufassung von →Paul Burkhards "Spiegel, das Kätzchen". Gastinszenierungen verantwortete G. unter anderem bei den Salzburger Festspielen, den Bad Hersfelder Festspielen, in Italien, Bulgarien und Russland.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1989 Bundesverdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Literatur

  • Lewinski, Wolf-Eberhard von: C. G. In: Oper 1986.
  • Jahrbuch der Zeitschrift Opernwelt, 1986.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Christoph Groszer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 757–758.

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