Christoph Schubiger

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* 16.11.1962 Zürich. Sohn des Schriftstellers Jürg S.

1979–84 Vorkurs und Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung in Zürich, anschliessend bis 1986 Ausbildung als Bühnenbildner am Schweizer Fernsehen DRS. 1987 von Karl-Ernst Herrmann an die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin engagiert. Dort bis 1990 als Bühnenbildassistent tätig, entwarf S. 1989 das Bühnenbild für →Peter Steins Inszenierung von Tschechows "Der Kirschgarten", mit dem ihm der internationale Durchbruch gelang. Seit 1990 freischaffend, realisierte er im selben Jahr am Centro dramático in Madrid Koltès’ "Kampf des Negers und der Hunde" (Regie: Miguel Narros). Nach einer halbjährigen Stage beim Architekturbüro Bétrix & Consolascio im zürcherischen Erlenbach gründete S. 1992 mit Thomas Bricchi das Atelier für szenische Architektur Schubigerbricchi in Zürich, das auch Ausstellungen und Restaurants gestaltet. Bereits 1990 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Regisseur →Uwe Eric Laufenberg mit Martin Shermans "Wenn sie tanzte" am Kölner Schauspiel, wo S. 1993 auch die Uraufführung von Ulrich Woelks "Tod Liebe Verklärung" ausstattete. Für Laufenberg gestaltete S. am →Schauspielhaus Zürich 1992 Jerry Sterners "Geld anderer Leute", 1993 Schillers ins Drogen-Milieu transponierte "Räuber" sowie die Uraufführung von Harald Kuhlmanns "Engelchens Sturmlied", 1994 Büchners "Dantons Tod", 1995 Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" und 1999 Gorkis «Nacht­asyl», für das er das alte Rondell des Zürcher Bellevues nachbaute. Zudem entwarf S. 1996 das Bühnenbild zu Shakespeares "Macbeth" am →Theater Basel und war regelmässig für Laufenberg in Berlin tätig, so am Deutschen Theater (1996 Camus’ "Caligula"), am Maxim Gorki Theater (1995 Tony Kushners "Slawen", 1997 Hauptmanns "Die Ratten", 1998 →Frank Wedekinds "Lulu" und 1999 Döblin/Reeses "Berlin Alexanderplatz") und an der Komischen Oper (1999 Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos", 2001 Mussorgskys "Boris Godunow"). Für Laufenberg gestaltete S. ausserdem 1999 an den Bühnen der Stadt Köln Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" und 2000 an der Sächsischen Staatsoper in Dresden Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier". Ausserdem stattete S. 1992 Manolo Gutierrez Aragons "Moriras de una otra cosa" am Centro dramático in Madrid und Calderóns "Das Leben ist ein Traum" (Regie: José Luis Gomes) am Théâtre de l’Odéon in Paris aus und war 1994/95 sowie 1997–99 an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau tätig (1994 →Richard Wagners "Tannhäuser", Regie: →Gerd Heinz, 1998 Mozarts "Don Giovanni", Regie: K. D. Schmidt). Für Schmidt entwarf S. 1997 das Bühnenbild zu Arnold/Bachs "Weekend im Paradies" am Niedersächsischen Staatstheater Hannover. Zudem gestaltete er 2001 →Katja Früh/→Patrick Freys Komödie "Harmony" im →Theater am Hechtplatz Zürich (Regie: Früh) sowie 2002 →Charles Lewinsky/Markus Schönholzers Musical "Deep" auf dem Maag-Areal in Zürich.

Auszeichnungen

  • 1987, 1989 und 1993 Eidgenössisches Stipendium für angewandte Kunst.


Autorin: Seline Schellenberg



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schellenberg, Seline: Christoph Schubiger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1637–1638, mit Abbildung auf S. 1637.

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