Christoph Staerkle

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* 15.6.1952 Luzern.

1968–75 pantomimische Ausbildung bei →Bernie Schürch, →Andres Bossard und Samy Molcho in Zürich. 1976–77 Weiterbildung an der Ecole Jacques Lecoq in Paris, 1978 beim Teatro dei Gesti e Mimi/Roy Bosier und bei Andrey Leparski in Rom. Seit 1978 Tätigkeit als selbstständiger Pantomimenlehrer und Auftritte bei theaterfremden Veranstaltungen (Wissenschaft, Medien, Kultur; Engagements bei Film- und Fernsehproduktionen). Ab 1979 entwickelten sich aus dem Strassentheater Soloprogramme mit freier Improvisation auf Publikumswunsch, ab 1980 unter dem Künstlernamen Pantolino, den er wegen zu starker Assoziation an die Commedia dell’Arte Ende der achtziger Jahre aufgab: 1985 "Poetische Pantomime" (Verabschiedung vom traditionell weiss geschminkten, maskenhaft-melancholischen Gesicht des Pierrots), 1986 "Kunst der Pantomime", 1990 "Theater aus dem Nichts", 1993 "Nichts Neues", 1996 "Wortlose Taten". Als nicht-hörender Künstler – die durch seine Gehörlosigkeit anders wahrgenommene Wirklichkeit ist sein Rohmaterial – beseelt S. einen aufs Genaueste beobachteten Schatz an typisch menschlicher Mimik und Gestik. In seinem "mimischen Kabarett" entlarvt er mit präziser Stilisierung, feinsinniger Karikatur und bissiger Parodie Figuren des Alltags.

Auszeichnungen

  • 1983 1. Preis beim internationalen Pantomimen-Festival in Brünn.
  • 1984 Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern,
  • 1991 1. Preis beim Festival de rire in Vevey,
  • 1993 Wiener Kleinkunstpreis "Hugo ’93".


Autor: Fritz Franz Vogel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Vogel, Fritz Franz: Christoph Staerkle, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1730–1731.

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