Claire Therwal

Aus Theaterlexikon
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* 12.1.1899 Posendorf (heute: PL), † (unbekannt), eigentlich Klara Walther.

Tanzausbildung bei →Rudolf von Laban auf dem →Monte Verità und in Zürich. Unterrichtete an der Zürcher →Labanschule für Bewegungskunst Tango und Boston, trat bei den Schulvorstellungen solistisch mit eigenen Tänzen und in Gruppenwerken wie "Die Wunderblume" (Choreografie: Laban) und "Königin" (Choreografie: →Mary Wigman) auf. Sie war Wigmans Partnerin bei deren ersten Auftritten ausserhalb der Labanschule 1916 in Winterthur und Bern. T. wirkte auch bei →Dada in Zürich mit, namentlich bei der Eröffnung der "Galerie Dada" am 29.3.1917 als Anführerin eines 400-köpfigen Bewegungschors und mit "expressionistischen Tänzen". Mit Enrico Gotho als Partner gab sie 1919 den ersten eigenen Tanzabend am →Stadttheater Zürich. In den zwanziger Jahren arbeitete T. zeitweise mit Laban in Deutschland und kreierte 1923 in Hamburg die weibliche Hauptrolle in "Gaukelei" mit der Tanzbühne Laban. Daneben gab sie regelmässig Tanzabende in Paris, London, vielen Städten Deutschlands und der Schweiz – beispielsweise am →Stadttheater Basel, am →Schauspielhaus Zürich sowie im Kaufleutensaal Zürich – mit Soli von bildhafter Plastizität wie "Bewegungsstudie" und "Orchidee" und Tänzen zu Musik von Beethoven, Chopin, Liszt sowie zeitgenössischen Komponisten. Ihr Gastspiel 1931 am Stadttheater Basel in der Fastnachtsrevue, einem Operettenpotpourri mit Tanz unter der Leitung von →Oskar Wälterlin, war der letzte dokumentierte Tanzauftritt in der Schweiz. Sie verliess im März ihren Zürcher Wohnsitz und folgte ihrem Gatten nach Lodz.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Claire Therwal, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1940–1941.