Colette Lorand

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 7.1.1923 Zürich, eigentlich Colette Grauaug.

Gesangsstudium an der Musikhochschule Hannover und bei Melitta Hirzel-Seckbach in Zürich. Engagements 1944–52 am →Stadttheater Basel, 1952–59 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main sowie 1956/57 und 1960–70 an der Hamburgischen Staatsoper. Bis 1982 Gastverpflichtungen unter anderem an den Opernhäusern von Amsterdam, Berlin, Brüssel, Düsseldorf-Duisburg, am →Grand Théâtre in Genf, an der Covent Garden Opera London, an der Scala in Mailand, in München, Paris, Prag, Rom, Stuttgart, an der Staatsoper Wien, am →Stadttheater Zürich sowie bei den Festspielen von Bregenz, Edinburgh, Florenz und Salzburg. Als Koloratursopranistin beherrschte sie alle gängigen Partien des Repertoires, das sie allmählich mit Aufgaben des hochdramatischen Fachs, etwa der Leonore in Beethovens "Fidelio" und der Titelrolle in Richard Strauss’ "Salome", erweiterte. 1952 sang sie mit grossem Erfolg am Stadttheater Zürich die Königin der Nacht in Mozarts "Die Zauberflöte". Meilensteine in L.s Laufbahn waren die Mitwirkung in mehreren Uraufführungen: Primadonna in Boris Blachers "Zwischenfälle bei einer Notlandung" (Hamburgische Staatsoper 1966), Maria Stuart in Wolfgang Fortners "Elisabeth Tudor" (Deutsche Oper Berlin 1972), eine Sibylle in Orffs "De temporum fine comoedia" (Salzburger Festspiele 1973), Regan in Aribert Reimanns "Lear" (Staatsoper München 1978) und Lady Madeline in Debussys nachgelassenem Opernfragment "La Chute de la maison Usher" (Deutsche Oper Berlin 1979). 1982 nahm L., eine eindrückliche Sängerin von ungewöhnlicher darstellerischer wie musikalischer Vielseitigkeit, ihren Bühnenabschied an den Basler Theatern als Emilia Marty in Janáčeks "Die Sache Makropulos".



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Colette Lorand, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1129–1130.

Normdaten