Compagnie Drift, Küsnacht ZH

Aus Theaterlexikon
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Freie Tanzkompanie ohne eigene Spielstätte

1986 als Duo gegründet, ab 1992 unter dem Namen "Jaccard/Schelling/Bertinelli" tätig, seit 1997 als C. bekannt. Béatrice Jaccard (* 1958 Zürich) begann nach der Matura und dem Geschichtsstudium mit der Tanzausbildung bei →Elisabeth Oppliger in Zürich und am Naropa-Institut in Boulder/Colorado. 1984/85 präsentierte Jaccard ihr erstes Soloprogramm "Bewegungsstücke". Ihr späterer Partner, Peter Schelling (* 1956 Zürich), absolvierte nach der Matura und dem Primarlehrerdiplom eine Schauspielausbildung an der →Schauspiel-Akademie Zürich. 1981/82 war Schelling Mitglied von →Mummenschanz. 1982–84 Tanzausbildung in Contactimprovisation und Modern Dance bei Ruth Currier, Simone Forti und Stephen Petronio in New York. 1985 präsentierte er sein Solo-Maskenprogramm und "swaying", seine erste Choreografie. 1992–96 war er Mitglied der Tanzkommission der Stadt Zürich. In ihrer gemeinsamen Arbeit suchten Jaccard und Schelling einen authentischen Bewegungsausdruck jenseits von vorhandenen Techniken. In den kurzen Stücken der ersten Programme "… off shore …" (1987) und "… drift …" (1990) zeigten sie sich schon als Tänzer-Choreografen mit einer eigenständigen Tanzsprache. Diese wurde verfeinert und bereichert und mit jedem Werk weiterentwickelt. 1992 stiess der Schauspieler, Tänzer und Komponist Massimo Bertinelli (* 1957 Perugia/Italien), nach seiner Ausbildung am Konservatorium Freiburg und an der Theaterschule Kulturmühle in Lützelflüh, zum Duo und leistete einen wichtigen Beitrag zu den nun folgenden abendfüllenden Produktionen. Mit "Les Deux Corps du roi" (1992), "Les Somnambules" (1994) und "Terrain fragile" (1996) etablierte sich die C. als eigenständige, unverwechselbare Truppe, unternahm von Zürich aus Tourneen durch die Schweiz, Deutschland, Österreich, Russland, Ungarn, Schweden, Holland, Slowenien, Slowakei, Frankreich und die USA. Mitwirkung an nationalen und internationalen Festivals. 1997 entstanden "Relâche noir", dann "Monsieur M." mit Salome Schneebeli sowie "Petites approches sentimentales" mit Sylvia Rijmer und Ivan Wolfe. Aus den letztgenannten Kurzstücken wurde 1998 "Amours urbaines" weiterentwickelt. Weitere Projekte waren 1993 eine Choreografie für das →Theater am Neumarkt, Zürich ZH in Zürich und die Mitwirkung am Film "Le Barrage" von Kaspar Kasics, dann 1995 "16 Dances" von John Cage für das Musikfestival Lenzburg sowie das "Männerprojekt" in der →Roten Fabrik Zürich.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1987 Werkjahr,
  • seit 1996 Jahressubvention,
  • 2002 Anerkennungsgabe des Präsidialdepartements der Stadt Zürich.

Literatur

  • Merz, Richard: C., 1999.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Compagnie Drift, Küsnacht ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 403.