Da Motus!, Freiburg FR

Aus Theaterlexikon
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Freie Tanztheatergruppe ohne eigene Spielstätte mit nationaler und internationaler Tourneetätigkeit

D. wurde 1987 von →Antonio Bühler und seiner Frau, der Tänzerin und Choreografin Brigitte Meuwly, gegründet und seither von ihnen geleitet. Bei den Produktionen sind wechselnde Tänzerinnen und Tänzer sowie Musikerinnen und Musiker beteiligt. Der Name des Tanzperformance- und Bewegungstheaters ist zusammengesetzt aus lateinisch da (gib!, schenke!) und motus (Bewegung). Zahlreiche Tourneen und Gastspiele in Europa, Japan, Südamerika und Afrika, unter anderem 1989 im Louisiana Museum of Modern Art, im dänischen Humblebaek-Kobenhavn, 1990 und 1993 am internationalen Festival Tanzsprache in Wien, 1992 an der Weltausstellung in Sevilla, 1993 an der Schweizer Kunst- und Kulturwoche in Leipzig, 1995 auf Einladung des Secreteria Nacional de Cultura in verschiedenen Städten in Bolivien, unter anderem in La Paz, 1997 am Internationalen Festival Sommer Köln, 1998 an der Weltausstellung in Lissabon. D. tritt auf Bühnen, aber auch mit Freilichtproduktionen, bei welchen die örtlichen Besonderheiten jeweils mit einbezogen werden, auf. Bühnenstücke (Auswahl): "post antepitecum" (1989, Koproduktion mit dem →Théâtre du Grütli in Genf), "Fata Mondana" (1992) und "Chair heureuse" (1995, beide koproduziert von →Halle 2C, Freiburg), Monteverdis "Combattimento di Tancredi e Clorinda" (1996) und "EN A-CORPS" (2004, Koproduktion mit dem Theater Espace Moncor, Villars-sur-Glâne). Freilichtproduktionen (Auswahl): "cré-N-atures" (1987, Koproduktion mit dem Festival →Belluard Bollwerk International in Freiburg), das international viel gezeigte Stück "Urbanthropus" von und mit Bühler und Meuwly (1988, Koproduktion mit dem Tanzfestival →Steps), "Ou topos" (1991, Auftragswerk im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Schweiz, zusammen mit der ungarischen Tanztheatergruppe Collective of Natural Disasters), "En dilatant les traces" (1998) und "en ville … en ville" (2003). D. sucht in ihren Tanzperformances die Zusammenarbeit mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Charakteristisch sind detailliert ausgearbeitete Bewegungsstrukturen, kombiniert mit improvisierten und zufälligen Bewegungselementen, inspiriert von der Natur und von Tierbewegungen. D. wird finanziell unterstützt unter anderem vom Kanton Freiburg, von der Loterie Romande, Pro Helvetia und der Gemeinde Givisiez. Verbandsmitglied: →KTV.



Autorin: Marianne Mühlemann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Mühlemann, Marianne: Da Motus!, Freiburg FR, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 428–429.