Daniel Plancherel

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* 21.12.1950 Zürich, † 24.1.1999 Winterthur ZH. ∞ II. Barbara Schneider, Schauspielerin.

1969–72 Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach Engagements 1972–73 am Theater Rote Rübe in München, das P. mitbegründete, 1973/74 an den Kammerspielen München, 1975–77 am →Theater am Neumarkt Zürich (unter anderem in "Lieder gegen den Tritt"), 1978/79 am Kinder- und Jugendtheater →Spatz & Co. in Baden, 1979/80 auf Tournee mit der →Bühne 64 Zürich und 1981 am Stadttheater Konstanz sowie Eigenproduktion unter dem Namen "Zeitbühne" 1980 in der →Roten Fabrik Zürich. 1981–83 Ensemblemitglied an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (unter anderem Burleigh in Schillers "Maria Stuart"). Danach Rückzug von der Bühne und Tätigkeit als Redaktor im Ressort Nachrichten und Kultur bei Radio Eulach in Winterthur. 1984 über den Kontakt mit →Reinhart Spörri Rückkehr zum Theater als Ensemblemitglied des →Theaters für den Kanton Zürich (bis 1992). Dort spielte P. beispielsweise Sganarelle in Molières "Der Arzt wider Willen", Sir John in →Herbert Meiers "Bräker" (Regie jeweils: Spörri), Herr Zeigefinger in Kästners "Pünktchen und Anton", Sosias in Kleists "Amphitryon", Fabrizio in Goldonis "Die Verliebten" (Regie: →Gian Gianotti), Puggelimändli in Ruth und Rolf Haefelis "S Zauberliecht", die Titelrolle in →Alfred Huggenbergers "Dem Bollme si bös Wuche", João Grilo in Ariano Suassunas "Das Testament des Hundes", Paolo in der Uraufführung von →Hansjörg Schneiders "Herz und Leber, Hund und Schwein" sowie die Titelrolle in Molières "Scapin" (Regie: Markus Emmenegger). Am Theater für den Kanton Zürich inszenierte er auch gelegentlich, unter anderem 1986 Ionescos "Der neue Mieter", 1987 Becketts "Endspiel" und 1991 "Das Gespenst von Canterville" von →Paul Lohr nach Oscar Wilde. 1992 gründete P. zusammen mit Barbara Schneider das Duo "Plancherel & Schneider", das im Theater i de Sidi und ab 1994 im Peterhanskeller in Winterthur sowie auf Tournee (unter anderem Gastspiel in Äthiopien auf Einladung der Schweizer Botschaft) mehrere Zweipersonenstücke zur Aufführung brachte: 1992 Willy Russells "Bildung für Rita", 1994 Ken Campbells "Frank & Stein" und A. R. Gurneys "Love Letters". 1995 nach der Trennung von Schneider Umbenennung in "Theater Plancherel" und noch einzelne Eigenproduktionen in unterschiedlicher Besetzung (1996 Ionescos "Die Stühle", Regie: Spörri, und "Dinner for One"). Daneben Gastverpflichtungen am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, Theater für den Kanton Zürich und →Bernhard-Theater Zürich. Mehrere Film- und Fernsehrollen (darunter 1983 →Ulrich Bräker in "Der arme Mann aus dem Toggenburg").



Autorin: Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stenzl, Tanja: Daniel Plancherel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1415.

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