Das Theater an der Effingerstrasse, Bern BE

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Eigenproduktionen und Gastspiele ohne festes Ensemble, Sprechtheater

Am 4.10.1996 wurde das T. nach der Renovation und dem Anbau einer Vorbühne in den Räumlichkeiten des ehemaligen →Atelier-Theaters mit Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen" eröffnet. Rechtsträger des Betriebs ist eine GmbH. Geleitet wird das private T. von Ernst Gosteli und →Markus Keller. Das Theater wird als "En suite"-Betrieb geführt, mit jährlich rund sechs Eigenproduktionen und ähnlich vielen Gastspielen in- und ausländischer Ensembles. Die Schauspieler und Schauspielerinnen werden für einzelne Inszenierungen verpflichtet, als Hausregisseure fungieren Keller und Stefan Meier. Das T. pflegt das anspruchsvolle Kammerspiel. In der ersten Spielzeit 1996/97 konnte das T. mit Stücken wie Keuns "Das kunstseidene Mädchen", Borcherts "Draussen vor der Tür" (Regie beide: Keller) und Kellers "Lügen" (Regie: Meier) eine gute Besucherfrequenz verzeichnen, und auch in den folgenden Spielzeiten garantierte der Publikumszuspruch die finanzielle Basis des T. (hoher Eigenfinanzierungsgrad), beispielsweise mit Eigenproduktionen wie Peter Simonischeks Inszenierung von Rezas "Kunst" (mit →Mathias Gnädinger, →Urs Bihler und Werner Opitz), →Hansjörg Schneiders "Sennentuntschi" (Regie: →Monika Neun), Peter Shaffers "Amadeus" (mit →Siegfried Meisner als Salieri, Regie: Keller), Strindbergs "Fräulein Julie" (Regie: Keller), Stefan Meiers "Boulevard der Dämmerung", eine Bearbeitung von Billy Wilders Filmklassiker "Sunset Boulevard" (mit →Anne-Marie Blanc), Eric-Emmanuel Schmitts "Rätselhafte Liebe – Enigma" (Regie: Wolfgang Brehm, mit →Siegmund Tischendorf) und →Urs Widmers "Top Dogs" (Regie: →Dodò Deér). →Friedrich Dürrenmatts "Die Panne" (Regie: Meier, mit →Edwin Fabian, →Hans-Joachim Frick und Meisner) wurde in der Saison 2000/01 der bisher grösste Erfolg des T. Gastspiele unter anderem: Bruce Myers’ "Der Dibbuk – Eine Liebesgeschichte" (Regie: →Miriam Goldschmidt, mit ihr und Bihler in den Hauptrollen), →Max Frischs "Biografie. Ein Spiel" und Sartres "Geschlossene Gesellschaft" vom →Basler Ensemble, →Gerd Heinz’ Inszenierung von Süskinds "Der Kontrabass" (mit →Hubert Kronlachner) und Lutz Hübners "Das Herz eines Boxers" vom →Theater Bilitz. Das T. finanziert sich grösstenteils durch Eigeneinnahmen und wird von der Stadt Bern, den Aussengemeinden Berns, der Burgergemeinde Bern sowie von privaten Organisationen unterstützt. Verbandsmitglied: →SBV.

Auszeichnungen

  • 2000 Kulturpreis der Kulturstiftung Armand von Ernst Banquiers, Bern.

Spielstätte

Effingerstrasse 14, 3008 Bern. Baujahr: 1951, Architekt: Otto Lutstorf. Foyer mit Stehbar, Zuschauerraum und Bühne im Untergeschoss des Mehrzweckgebäudes. Platzkapazität: rund 200 Plätze. Guckkastenbühne: 6,5 m breit, 7,1 m tief, 3,4 m hoch. Portal: 4,6 m breit, 2,9 m hoch.



Autor: Marco Badilatti



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Badilatti, Marco:Das Theater an der Effingerstrasse, Bern BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1842.

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