David Bennent

Aus Theaterlexikon
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* 9.9.1966 Lausanne VD. Sohn des Schauspielers Heinz B. und der Tänzerin Diane Mansart, eigentlich Paulette Renou, Bruder der Schauspielerin →Anne Bennent.

Internationalen Erfolg erzielte B. 1979 mit der Rolle des Oskar Matzerath in Volker Schlöndorffs Verfilmung von Günter Grass’ "Die Blechtrommel". 1983 gab er als Autodidakt sein Bühnendebüt am Théâtre des Amandiers in Nanterre (in Genets "Les Paravants", Regie: Patrice Chéreau), 1984 spielte er an der Comédie Française in Paris. Neben einigen weiteren Filmrollen (so 1985 Gump in Ridley Scotts "Legend" mit Tom Cruise) trat B. an zahlreichen Theatern auf: Sein deutschsprachiges Bühnendebüt gab er 1985 an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin als Narr in Shakespeares "König Lear" (Regie: Klaus-Michael Grüber). Es folgten Gastverpflichtungen unter anderem am Bayerischen Staatsschauspiel München (1986 Milou in der Uraufführung von Eduardo Arroyos "Bantam", Regie: Grüber), am Staatstheater Stuttgart (1987 Bildbeschreiber in Robert Wilson/Heiner Müller/Euripides’ "Alkestis", Regie: Wilson), am Schauspiel Frankfurt (1989 Georg in Goethes Urfassung von "Götz von Berlichingen", Regie: Einar Schleef) und am Théâtre national de l’Odéon – Théâtre de l’Europe in Paris (1988 in Achternbuschs "Mein Herbert", Regie: Hans Peter Cloos). Wesentlich wurde ab 1990 die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Brook: 1990 Caliban in Shakespeares "La Tempête", 1993 in "L’homme qui" nach Oliver Sacks’ "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" und 1995 Horatio in "Qui est là"nach Shakespeares "Hamlet". Alle diese Produktionen wurden in Paris und auf internationalen Gastspielen gezeigt, so auch in der Schweiz (→Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ZH). Seither spielte B. unter anderem am →Théâtre Vidy-Lausanne, Lausanne VD (1995 Clov in Becketts "Fin de partie", mit Heinz B. als Hamm, Regie: →Joël Jouanneau, Koproduktion mit dem Theater am Turm in Frankfurt am Main, 1996 auf Deutsch als Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen, 2000 in Heiner Müllers "Bildbeschreibung", als Gastspiel auch am →Theater Neumarkt Zürich), am Burgtheater Wien (1997 Merkur in Kleists "Amphitryon", Regie: Hans Neuenfels, 1999 Marcel Proust in George Taboris "Purgatorium", Regie: Tabori), am Théâtre national in Luxemburg, am →Grand Théâtre in Genf (2002 in Heiner Goebbels "Paysage avec parents éloignés", Regie: Goebbels, musikalische Leitung: Franck Ollu) und am Berliner Ensemble (unter anderem 2002 Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Regie: Leander Haußmann, 2003 Hund Scharik in Jewgenij Schwarz’ "Die verzauberten Brüder", Regie: Rolf Krieg, Arnold Kramer in Gerhart Hauptmanns "Michael Kramer", Regie: Thomas Langhoff, und Christoph in Lessings "Die Juden", Regie: Tabori).



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: David Bennent, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 158–159.

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