David Steck

Aus Theaterlexikon
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* 18.6.1948 Uzwil SG, eigentlich Werner-David S.

1971–74 Schauspielausbildung am Bühnenstudio Zürich/an der →Schauspiel-Akademie Zürich. Nach einigen Film- und Fernseharbeiten Bühnenengagements 1974/75 als Gast an der Württembergischen Landesbühne in Esslingen, 1975–78 am Fränkisch-Schwäbischen Städtetheater Dinkelsbühl, 1977/78 dort am Disco-Theater als Schauspieler und Spielleiter, 1977–79 am Landestheater Schwaben in Memmingen, 1979–84 am Stadttheater Ingolstadt und 1984–88 am Stadttheater Trier (unter anderem Professor Higgins in "My Fair Lady"). Seit 1988 gehört S. zum Ensemble des →Stadttheaters St. Gallen. Dort spielte er über sechzig Rollen unter Regisseuren wie Volkmar Kamm, Klaus Dieter Kirst, Irmgard Lange, →Kurt Schwarz, →Ioan Cristian Toma, Franz Winter, Katja Wolff und →Arnim Halter und entfaltete ein breites Spektrum an Rollengestaltungen; vom glatten, schmierigen, gefährlichen Typen über den geckenhaften Eitlen, den opportunistischen Machtmenschen, den eleganten, aber selten ungebrochenen Lebemann bis zum psychologisch fein gezeichneten Helden. S. spielte unter anderem 1988 Ernst Ludwig in Kanders "Cabaret", Karl in Schillers "Die Räuber", 1989 Victor in Vitracs "Victor oder Die Kinder an der Macht", Peer Gynt in Ibsens gleichnamigem Stück, 1990 Theseus und Oberon in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Jason in Grillparzers "Das goldene Vlies", 1991 Lelio in Goldonis "Der Lügner", Leicester in Schillers "Maria Stuart", 1992 Mackie Messer in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Fernando in Goethes "Stella", Mr. Jay in Taboris "Goldberg-Variationen", 1993 den Musikmeister in Molières "Der Bürger als Edelmann", Julius von Flottwell in Raimunds "Der Verschwender", 1995 den Bruder in der Uraufführung von Helen Meiers "Die gegessene Rose", 1996 den Rittmeister in Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald", den Präsidenten von Walter in Schillers "Kabale und Liebe", Dr. Benno Hundekoffer in Jelineks "Krankheit oder Moderne Frauen", 1997 Kulygin in Tschechows "Drei Schwestern", 1999 Algernon Moncrieff in Wildes "Bunbury", den tätigen Faust in Goethes "Faust I und II" und 2001 Johannes Fonfara in der Schweizer Erstaufführung von Peter Lunds "Das Wunder von Neukölln". Innerhalb dieser Vielfalt vom jugendlichen Helden bis zum Charakterdarsteller gelingt es S., besonders die Ich-Bezogenheit seiner Figuren entweder komisch aufs Korn zu nehmen oder psychologisch zu durchleuchten. Mit modulationsfähiger Stimme, klarer Diktion und körperlicher Eleganz schafft S. Figuren von grosser Dichte.


Autorin: Silke Christiane Keckeis



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Keckeis, Silke Christiane: David Steck, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1736–1737.

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